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Auch einige Flüchtlinge aus Amelinghausen packten bei der Pflege der Heideflächen mit an. Foto: uk
Auch einige Flüchtlinge aus Amelinghausen packten bei der Pflege der Heideflächen mit an. Foto: uk

Die Schönheit der Heide erhalten

Oldendorf/Luhe. Eine offene Landschaft, die sich jedes Jahr im Spätsommer im leuchtend violetten Kleid präsentiert, so kennen und lieben Einheimische wie Gäste die Lüneburger Heide. Damit die Schönheit erhalten bleibt, braucht die Kulturlandschaft regelmäßige Pflege. Etwa in Form des Entkusselns. Dabei werden unerwünschte Pflanzen und Moose, die sich im sandigen Boden gerne ausbreiten, entfernt, damit Calluna die nötige Portion Licht und Luft für eine herrliche Blüte erhält. Der Aufgabe widmet sich bereits seit 15 Jahren der Verein RegioKult aus Amelinghausen. Er hatte am Sonnabend zur Entkusselungsaktion in die Oldendorfer Totenstatt eingeladen. 40 ehrenamtliche Helfer waren dem Aufruf gefolgt, machten sich mit Spaten bewaffnet ans Werk.

„Wir erledigen die Arbeit, die die Heidschnucken übrig gelassen haben“, fasst Wolfgang Koltermann zusammen, der die Aktion als Vorsitzender des Arbeitskreises Heidepflege leitet. Am Wegrand liegt am Mittag schon ein stattlicher Haufen aufgetürmter Büsche, Zweige und Wurzeln. Kleine Arbeitstrupps sind seit dem Morgen dabei, überall auf dem vier Hektar großen Gräberfeld den jungen Birken und Kiefern zu Leibe zu rücken, die hier unerwünscht sind.

Vorgehen mit System

Zum Auftakt hatte Burkhard Jäkel von der Unteren Naturschutzbehörde den Helfern eine Einführung gegeben. „Es ist wichtig, dass man systematisch vorgeht“, sagt Koltermann. Zwei mit Flatterband markierte Birken etwa sollen verschont werden, weil sie ideal an einer Einmündung des Wanderwegs stehen. Junge Triebe lassen sich meist ausreißen, bei manchen Büschen reicht die Säge, während Birken und Brombeeren mitsamt der Wurzel entfernt werden müssen, damit sie nicht sofort wieder austreiben.

„Besonders fies ist der Faulbaum“, erklärt Koltermann und hält ein meterhohes Musterexemplar in die Höhe. „Der wuchert und hat Riesenwurzeln. Da heißt es dann graben.“ Gut also, dass viele Helfer dabei sind, die anpacken können und wollen, darunter auch zehn junge Männer, die als Flüchtlinge in Amelinghausen leben. Auch am Kochtopf haben sich Mitglieder von RegioKult ins Zeug gelegt: Leckere Suppe und Getränke zum Aufwärmen erwarten die Freiwilligen zum Abschluss.

Verein hat Termin um einen Monat vorgezogen

Die Entkusselungsaktion hat der Verein RegioKult in diesem Jahr nicht wie üblich am Naturparktag im November durchgeführt, sondern um einen Monat vorgezogen. Am Naturparktag, dem 12. November, bietet RegioKult eine andere Aktion: Geplant ist eine informative Wanderung rund um das Thema Naturschutz in der Schwindebecker Heide. Dauer: zwei Stunden, Start ist um 13 Uhr am Parkplatz Schwindequelle.

Von Ute Klingberg-Strunk