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Immer mehr „Jobs zweiter Klasse“ durch Leiharbeit

Lüneburg. Die Zahl der Leiharbeiter im Kreis Lüneburg hat stark zugenommen. Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Arbeitsagentur 1515 Beschäftigte in Leiharbeit. Zehn Jahre zuvor waren es noch 1009. Das macht eine Zunahme von 50 Prozent, rechnet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor. In Niedersachsen stieg die Zahl der Leiharbeiter im selben Zeitraum sogar um 150 Prozent. Die NGG spricht von einer alarmierenden Tendenz und fordert die Politik zum Handeln auf.

„Gerade berät der Bundestag über ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Die Zahlen zeigen, dass wir eine Regelung dringender brauchen denn je“, sagt NGG-Gewerkschaftssekretärin Manuela Schäffer. Allerdings müsse am Gesetz noch deutlich nachgebessert werden. „Hierfür sollten sich die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Lüneburg in Berlin starkmachen.“

Gleiche Arbeit, weniger Geld

Bei der Leiharbeit werden Beschäftigte an einen Betrieb verliehen, wo sie meistens für den gleichen Job weniger Geld bekommen als das Stammpersonal. Ursprünglich sollte das mal auf Auftragsspitzen bei Unternehmen beschränkt sein „oft nutzen Chefs das aber zur dauerhaften Lohn-Drückerei“, sagt Manuela Schäffer. Und die Leiharbeiter bekämen meist keine Chance, ins Stammpersonal aufzurücken. Das neue Gesetz müsse dem Anstieg der „2.-Klasse-Jobs“ einen Riegel vorschieben.

Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen vor, dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten in einem Betrieb die gleiche Bezahlung bekommen wie das Stammpersonal. Die Höchstverleihdauer soll auf 18 Monate begrenzt werden. Dies gelte jedoch laut Schäffer „nur für Personen, nicht aber für die Arbeitsplätze. Damit können Leiharbeiter im Prinzip alle 18 Monate einfach ausgetauscht werden. Trotz allem wäre das Gesetz ein erster Schritt“, betont Schäffer. red

3 Kommentare

  1. Zitat „Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen vor, dass Leiharbeiter spätestens nach neun Monaten in einem Betrieb die gleiche Bezahlung bekommen wie das Stammpersonal“.

    Die werden schon dafür Sorgen das ihre Sklaven nicht 9 Monate bei einem Kunden bleiben.

    Die ganze Leiharbeit ist doch eh der reinste Beschiss.

  2. in den medien wird ja auch gern reklame für die leiharbeit gemacht und man lässt sich dafür bezahlen. nur so konnten die leiharbeitsfirmen wie pilze sprießen.

  3. Ohne rot-grün und Agenda 2010 hätte sich das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nicht zum Nachteil verändert. Bereits vor 2005 gab es die Befristung für AN, was heute durch Frau Nahles als ganz großer Wurf gefeiert wird. Aber rot-grün konnte ja bekanntlich noch nie Haushalten bzw. vernünftige Gesetze erlassen. Wir sollten uns die Niederlande zum Vorbild nehmen. Dort sind 70% aller Beschäftigten in der Zeitarbeit tätig. Sind die Holländer denn verrückt? Nein Leiharbeitnehmer erhalten dort einen Zuschlag, da sie zu Recht mehr leisten müssen, als die festangestellten Mitarbeiter. Das wäre der richtige Weg, dass Leiharbeitnehmer mind. 25 % mehr Lohn erhalten, als die Stammbelegschaft. A) Würde der Preisdumping damit beendet und B) Leiharbeit auch nur dann eingesetzt werden, wofür sie einmal erschaffen wurde, nämlich für Auftragsspitzen und Personalengpässe.