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Voller Einsatz für Radegaster Pfarrhaus

sel Radegast. Großeinsatz am Pfarrhaus: Dutzende Freiwillige haben sich mit Gartengeräten, Werkzeugen und jeder Menge Motivation am Radegaster Pfarrhaus getroffen, um das Haus aus dem Jahr 1846 wieder ins „rechte Licht“ zu rücken. Während feine Schneeflocken durch die trübe Morgenluft tänzelten, kappten Feuerwehrleute, Landfrauen, Mitglieder der Kirchengemeinde und der Landjugend und weitere Unterstützer Äste, stutzten Sträucher und schnitten Bäume zurück.

Jetzt fällt wieder reichlich Tageslicht in die Räume des Fachwerkgebäudes neben der Kirche, das Haus selbst ist wieder zu einem Blickfang geworden. „Wir haben diese Maßnahmen auch durchgeführt, um die Bausubstanz zu schützen“, erklärten Dr. Wiebke Danielsen-Runge, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, und ihr Vertreter Karsten Reinstorf. Sie wollen das historische Gebäude, das immer als Pfarrwohnung diente, erhalten und mit neuem Leben erfüllen.

Die Planungen dazu sind schon lange fertig und warten auf ihre Umsetzung: Ein Heuhotel mit Café und ein Gemeindezentrum sollten in das Haus einziehen, es sollte Anlaufstelle für Radtouristen und kultureller Treff für die Dorfbewohner der Bleckeder Elbmarsch werden.

„80 Prozent der Finanzierung stehen. Fördergelder, auch aus europäischen Töpfen, sind zugesagt. Auch das LGLN in Lüneburg befürwortet unser Vorhaben“, erläutert Danielsen-Runge. Denn das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) ist auch für die regionale Tourismusförderung zuständig.

Allerdings fehlen 20 Prozent des erforderlichen Geldes, rund 100 000 Euro. Und so entschied die Landeskirche, das Gebäude zu verkaufen. Vom Gemeindehaus in Garlstorf und dem Pfarrwitwenhaus in Radegast hat sich die Kirche bereits getrennt, jeweils aus finanziellen Gründen. Das Garlstorfer Haus vis-È-vis der Martin-Luther-Kirche hat die Stadt Bleckede gekauft, hier entsteht ein Dörfergemeinschaftshaus für die Einwohner der umliegenden Ortschaften. Auch das Pfarrwitwenhaus, früher eine Küsterwohnung, ist an ein Ingenieurbüro veräußert worden, wurde von Grund auf mit ursprünglichen Baustoffen saniert.

Jetzt also geht es um die Zukunft des Pfarrhauses, das eine breite Mehrheit der Bevölkerung als Haus für die Gemeinschaft erhalten möchte. Dörferverein, Kirchenvorstand, Vereine und Verbände aus den Orten Brackede, Garlstorf, Radegast und Wendewisch ziehen an einem Strang, damit das Gebäude nicht an einen „Privaten“ veräußert wird. „Auch Leute, die nicht regelmäßig Kirchgänger sind, unterstützen uns tatkräftig“, sagt Karsten Reinstorf.

Auch Heidi Wöhlbrandt, die 35 Jahre lang Pastorin in Radegast und Garlstorf war und noch immer im Pfarrhaus lebt, unterstützt das Projekt. Unter ihrer Ägide waren Pfarrhaus und Garten schon immer öffentliche Anlaufpunkte, in denen Jugendfreizeiten ebenso stattfanden wie kulturelle Veranstaltungen. „Wir arbeiten jetzt an einer kleineren und preiswerteren Lösung“, sagt Bärbel Stabe vom Dörferverein – und hofft dabei für das ehrgeizige Projekt auch auf die Hilfe weiterer Unterstützer und Sponsoren (Spenden unter dem stichwort „Pfarrhaus Radegast“ auf das Konto 216 bei der Sparkasse Lüneburg).

Vielleicht beeindruckt der Einsatz der freiwilligen Helfer die Landeskirche auch so sehr, dass sie das Modellprojekt unterstützt und das Pfarrhaus auf diesem Weg eine öffentliche Begegnungsstätte werden kann. Weitere Informationen bei Bärbel Stabe unter Tel.: 0 58 57/210.