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Formel-1-Team aus Oedeme

ben Lüneburg. Das Entwicklungszentrum hat seinen Sitz im Keller des Gymnasiums Oedeme. Auf den Tischen stehen Computer in langen Reihen, ein Bildschirm zeigt eine dreidimensionale Grafik des Rennwagens. Seit knapp einem Jahr tüfteln sechs Achtklässler hier in ihrer Freizeit an dem Modell, mit dem sie siegen wollen bei der niedersächsischen Landesmeisterschaft des internationalen Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ am Sonnabend, 9. März, 9 bis 17 Uhr, im Gebäude 9 der Leuphana Universität.

Hinter dem Wettbewerb „Formel 1 in der Schule“ steht die gleichnamige gemeinnützige Gesellschaft, die unterstützt wird von Sponsoren: Partnerunternehmen aus der echten Formel 1 aber auch die Siemens AG und die Nordmetallstiftung sind vertreten. Ziel ist es, „für die Jugend ein spannendes, aufregendes Lernerlebnis zu schaffen und damit das Verständnis und den Einblick in die Bereiche Produktentwicklung, Technologie und Wissenschaft zu verbessern und berufliche Laufbahnen in die Technik aufzuzeigen“, heißt es in einem Flyer über den Wettbewerb.

Gegen drei andere Teams treten die Gymnasiasten aus Oedeme in der Juniorenkategorie an. „Aber die anderen haben nur eine dunkle Chance“, sagt Marcel Hackbarth. „Deshalb auch unser Teamname: Dark Chance.“ Der 14-Jährige grinst. Dann zeigt er den Bildschirm mit der 3-D-Grafik. „Das ist unser Auto, das hat Jago entwickelt.“ Jago Schoonbergen erklärt, dass er mit Hilfe eines Computerprogrammes das Design des Fahrzeuges optimiert hat. Der 13-Jährige klickt auf das nächste Bild. Um die Auto-Grafik werden Flächen in rot, gelb und blau sichtbar – die Ergebnisse der Windtunnelanalyse. „Blau bedeutet Unterdruck.“ Er deutet vor die spitze Motorhaube. „Wir hoffen, dass der Unterdruck das Auto nach vorn zieht.“

Der Rennwagen wird später aus einem Klotz Balsaholz gefräst, die Reifen werden mit Miniaturkugellagern versehen, angetrieben wird der Flitzer von einer Gaspatrone im Heck. Auf bis zu 120 Kilometer pro Stunde schafft es der 58 Gramm leichte Rennwagen. „Aber das Auto ist nur ein kleiner Teil vom Ganzen“, sagt Teamchef Marcel. Die Teammitglieder – bei Dark Chance sind es vier Jungen und zwei Mädchen – müssen einen Teamstand konzipieren und bauen, ihren Auftritt grafisch ansprechend gestalten, Sponsoren suchen, die das Projekt unterstützen. „Dabei geht es auch um Teamarbeit“, sagt Finn Niklas Marien. Der 17-Jährige ist mit seinem Team im vergangenen Jahr Niedersachsenmeister geworden, jetzt betreut er die Junioren am Gymnasium Oedeme, der Wettbewerb ist hier ein reines Schüler-Projekt.

Wenn der Dark-Chance-Rennwagen am 9. März über die 20 Meter lange Strecke in der Uni Lüneburg flitzt, wird das eine Jungfernfahrt: Eine Rennbahn kostet mehrere Hundert Euro, das sprenge das Budget der Schüler, sagt der 13 Jahre alte Ressourcenmanager des Teams, Laurits Schaepe. Aber auch ohne Trainingsstrecke sei er zuversichtlich. „Fest steht, wir wollen gewinnen. Und: Wir sind heiß.“