Mittwoch , 28. September 2016
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Eine Lösung für Radwege in Sicht

as Lüneburg. Seit vielen Jahren bewegt Otto Taubenheim der schlechte Zustand der Radwege an der Hamburger Straße. Leserbriefe hat er geschrieben, bei der Verwaltung nachgehakt – wie viele Bürger. „Passiert ist nichts“, sagte er beim Ortstermin des Verkehrsausschusses, der anschließend in der Feuerwehr-Mitte tagte. Dort zeigte sich, dass jetzt doch was passieren soll. Die Verwaltung stellte drei Varianten für eine mögliche Radwegeführung vor. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss für die Lösung, bei der stadtauswärts ein Hochbord und stadteinwärts ein Radfahrstreifen entstehen könnte. Die Fahrbahn für den Autoverkehr würde auf 6,50 Meter reduziert. Als kurzfristige Maßnahme könnte schon mal stadteinwärts zwischen der Einmündung Am Schmaarkamp und der Straße Zeltberg ein Radweg auf der Straße markiert werden.

Verkehrsdezernent Markus Moßmann präsentierte drei Varianten, die die Verwaltung erarbeitet hat:

Hochbord-Radwege mit einer Breite von jeweils 1,60 Meter plus Sicherheitsstreifen sowohl stadtein-, als auch stadtauswärts. Einzelne Bäume müssten für diese Lösung weichen. Kosten für die Gesamtmaßnahme: 1,9 Millionen Euro.

Radfahrstreifen sowohl stadtein- als auch stadtauswärts mit einer Breite von 1,85 Meter plus 25 Zentimeter Breitstrich. Die Fahrbahn würde von 8,75 Meter auf 6,50 Meter verengt. Kosten: 1,8 Million Euro.

Stadtauswärts ein Hochbord-Radweg plus Sicherheitsstreifen, stadteinwärts ein Radfahrstreifen plus Breitstrich. Kosten: 1,9 Millionen Euro. Die Verengung der Fahrbahn für den Autoverkehr würde auch dazu führen, dass weniger gerast werde, ist Moßmann sicher. Diskutiert werden müsse im Weiteren noch, ob der Fußweg in Richtung Stadt – an vielen Stellen eine enge Schlaglochpiste – erhalten bleiben solle oder entsiegelt werde, verdeutlichte der Verkehrsdezernent.

Hubert Meißner (SPD) begrüßte, dass die Fahrbahn „zugunsten der Radwege verengt werden soll“, das entschleunige den Autoverkehr. Den Fußweg zu erhalten, ergibt aus seiner Sicht keinen Sinn – was einige Bürger, die die Sitzung verfolgten, allerdings anders bewerten. Meißner: „Der Asphalt muss weg, damit die Bäume Luft bekommen.“ Claudia Schmidt (Grüne) plädierte für die Variante, bei der die Radwege beidseitig auf die Fahrbahn kommen. Die kurzfristige Lösung, bei der dies stadteinwärts umgesetzt werden soll, führe die Radler an diese Nutzung heran.

Wolfgang Kuhn (CDU) brachte eine weitere Variante ins Spiel: Fahrbahnbreite erhalten, dafür Böschung und Stützmauern weg. Meißner und Fraktionskollege Martin Bruns (SPD) konterten, die Mehrkosten dafür seien erheblich. Es sei unverständlich, dass die CDU, die ansonsten doch fürs Sparen plädiere, sich dafür ausspreche. Ulrich Blanck (Grüne) nannte es einen „Rosenmontag-Scherz“ der Christdemokraten. Auch er hielt die Variante Hochbord auf der einen Seite, Radfahrstreifen auf der anderen für eine gute Lösung. Kuhn hielt dagegen: Einer Verengung der Fahrbahn stimme er nicht zu, Fraktionskollege Dr. Gerhard Scharf hielt Hochborde für sicherer.

Die mehrheitlich vom Ausschuss abgesegnete Variante wird nun im Arbeitskreis Verkehr diskutiert. Die Stadtverwaltung will für den Ausbau Fördermittel einwerben, 2014 könnte das Projekt dann in die Tat umgesetzt werden.