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Alarmstufe 1 an der Elbe

emi/off Neu Darchau. Die Elbepegel haben jetzt auch im Landkreis Lüneburg die erste Meldestufe erreicht. In Neu Darchau sind die Wasserstände bereits am Freitag über die Grenze von 550 Zentimetern gestiegen, gestern wurde dort mit 566 Zentimetern der Höchststand gemessen. Heute erwarten die Experten schon wieder sinkende Wasserstände. „Der hohe Wasserstand der Elbe ist für diese Jahreszeit normal“, sagt die Pressesprecherin Herma Heyken vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

In Hohnstorf werden heute noch steigende Pegel erwartet, „der Hochwasserscheitel befindet sich im Raum Dömitz“, informierte das NLWKN gestern. Trotz erster Warnstufe rechnet Pressesprecherin Heyken in den kommenden Tagen nicht mit Problemen für die Region: „Die Hochwasserwelle geht so durch. Die Pegel sinken.“

Einzige Auswirkung des aktuellen Hochwassers: Für einen kurzen Abschnitt der Elbe im Bereich der Lauenburger Altstadt wurde gestern eine Geschwindigkeitsbegrenzung erlassen: Schiffe dürfen maximal acht Stundenkilometer stromaufwärts und zwölf stromabwärts fahren. „Damit kommen wir Bewohnern der Altstadt entgegen, deren Häuser bei Hochwasser-Ereignissen in der Vergangenheit gelitten haben“, sagt Bettina Kalytta, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtamtes Lauenburg. Bei einem Pegel von sieben Metern in Hohnstorf tritt die Begrenzung in Kraft, um zusätzliche Wellen zu verhindern – gestern wurden dort 7,02 Meter gemeldet.

Unabhängig davon werden bei der unteren Alarmstufe 1 im Rahmen des Hochwasserfrühwarnsystems das Umweltministerium, die betroffenen Landkreise Lüneburg, Harburg sowie Lüchow-Dannenberg, Deichverbände und weitere betroffene Stellen informiert. Werden weiter ansteigende Pegel erwartet, können so die ersten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. „Das Gute an der Elbe ist ja: Wir haben eine lange Vorwarnzeit“, sagt Heyken. „Wenn in Tschechien Hochwasser ist, wissen wir, dass es in ein paar Tagen bei uns ist, und können uns vorbereiten.“

In diesem Winter erwartet die Fachfrau allerdings keine bösen Überraschungen mehr. „Wir gehen davon aus, dass wir glimpflich davonkommen“, sagt sie. Anders war das im Januar 2011 beim letzten Jahrhunderthochwasser an der Elbe. Damals erreichte die Elbe bei Neu Darchau einen Pegelstand von 749 Zentimetern. „Da sind wir heute immer noch rund 200 Zentimeter drunter“, sagt Heyken. Weit entfernt sind die Wasserstände in Neu Darchau allerdings nach wie vor vom Normalstand: Der liegt bei 270 Zentimetern.