Aktuell
Home | Lokales | Brücke nicht mehr zu retten
3039052.jpg

Brücke nicht mehr zu retten

pet Lüneburg. Das war eine böse Überraschung für die Verantwortlichen des kreiseigenen Betriebs Straßenbau und -unterhaltung (SBU): Eigentlich war für die Brücke über die Neetze zwischen Scharnebeck und Echem eine Sanierung vorgesehen – dann stellte sich aber heraus, dass die Brücke nicht mehr zu retten ist. Sie muss abgerissen und neu gebaut werden. Der Brückenneubau ist eines von 13 Projekten, die der Betriebs- und Straßenbauausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung in die Prioritätenliste der Straßensanierungen für das Jahr 2014 aufgenommen hat. Fünf weitere Projekte werden in diesem Jahr verwirklicht.

Insgesamt 384 Kilometer Kreisstraßen, 170 Kilometer Radwege und 54 Brückenbauwerke hat der Landkreis Lüneburg in Stand zu halten. Neben der Prioritätenliste, für deren Vorhaben es keine Fördermittel gibt, beschloss der Ausschuss auch das Mehrjahresprogramm für Vorhaben, für die Fördermittel eingeworben werden können. Dazu gehört auch die Elbbrücke zwischen Neu Darchau und Darchau, für die ab 2015 Geld in das Programm eingestellt wurde – frühestens dann könnte der Bau beginnen.

„Die Brücke bei Echem wurde Anfang der 1930er-Jahre gebaut,“ erklärt SBU-Leiter Robert Ruth. Die Brückenhauptprüfung 2009 habe ergeben, dass die festgelegte Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet sei „und mittelfristig ein Neubau notwendig ist“. Eine weitere Brückenbesichtigung im vergangenen Sommer habe dann gezeigt, „dass die Widerlager nicht mehr standfähig sind. Die auf tragenden Holzpfählen gebaute Brücke ist durch Zersetzungsprozesse in der Standsicherheit gefährdet“, so Ruth.

Als Sofortmaßnahme hat der Landkreis eine Gewichtsbeschränkung auf 30 Tonnen angeordnet. Eine weitere Einschränkung ist nicht ausgeschlossen. Eine Vollsperrung der viel befahrenen Straße für die Zeit der Bauarbeiten im nächsten Jahr komme nicht in Frage, so SBU-Leiter Ruth. Stattdessen soll mit dem Beginn der Arbeiten, voraussichtlich im späten Frühjahr 2014, eine einspurige Behelfsbrücke über die Neetze geführt werden. Die geschätzten Gesamtkosten der Brückenbaumaßnahme bei Echem: 650 000 Euro.

„Im Jahr 2014 soll möglichst auch der zweite Bauabschnitt der Kreisstraße 25 von Nahrendorf nach Eichdorf fertig gestellt werden“, sagt Robert Ruth.

Die Prioritätenliste für dringende Sanierungsmaßnahmen ab 2014 an den Kreisstraßen, die nicht aus Bundesmitteln gefördert werden können, wurde einstimmig im Ausschuss beschlossen. Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird nach den Kriterien Substanzerhaltung, Unfallgefährdung und Verkehrsbelastung bewertet. Insgesamt sind in der Liste 13 verschiedene Baumaßnahmen aufgeführt.

Fördermittel aus dem Entflechtungsgesetz des Landes sind für den Radweg an der Kreisstraße 55 zwischen Neuhaus und Dellien zu erwarten. Insbesondere der Schulweg soll dadurch sicherer werden.

Für den Bau des Radweges hatte sich eine Mutter aus Neuhaus bei einer Kreistagssitzung vor gut einem Jahr eingesetzt und dabei Landrat Manfred Nahrstedt 634 Unterschriften überreicht. Der zweite Bauabschnitt sowie unter anderem der Ausbau der Ortsdurchfahrt Ellringen sind im Mehrjahresprogramm 2014 bis 2018 vorgesehen.