Donnerstag , 29. September 2016
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Dem Beruf einen Schritt näherkommen

sel Lüneburg. Beim Job-Speed-Dating im Untergeschoss der Agentur für Arbeit geht es gleich zur Sache. Im Zehn-Minuten-Takt nehmen Jugendliche gegenüber einem Ausbilder an einem der 20 Tische Platz und versuchen, in kurzer Zeit möglichst viel über den potenziellen Arbeitgeber herauszufinden und sich selbst gut darzustellen.

Auch Stefanie Ramus nimmt im Rahmen der jüngsten Ausbildungsbörse an einem solchen Speed-Dating teil, setzt sich an den Tisch von Barbara Kowalewsky, die Ausbildungsleiterin im Einrichtungsmarkt Poco Domäne ist. „Haben Sie bereits Praktika absolviert?“, will die Fachfrau wissen. Die 18-jährige Schülerin der BBS III bejaht. Am 21. Februar, bietet Kowalewsky an, gebe es einen Info-Tag in dem Einrichtungshaus, mit einem Eignungstest. „Abhängig von den Resultaten vergeben wir anschließend Praktika. Wenn Sie interessiert sind, kommen Sie gerne vorbei.“

Auch im Autohaus Dannacker Laudien geht nichts ohne ein Praktikum. „Das ist Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz bei uns“, sagt Serviceleiter Olaf Schröder. Am Stand des Unternehmens informiert er, gemeinsam mit drei Auszubildenden, über die Möglichkeiten der Ausbildung.

„Viele Jugendliche sind noch unschlüssig, was sie nach der Schule machen wollen“, hat Azubi Christian Beusch beobachtet. Er selbst, so erzählt der 18-jährige Bleckeder, habe schnell gewusst, dass er bei „DL“ eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann machen wolle. Jetzt berät er junge Menschen, die sich bei der Ausbildungsbörse der Lüneburger Agentur für Arbeit orientieren und informieren wollen.

„Für uns ist die dörfliche Erziehung wichtig“, erläutert Olaf Schröder und meint damit beispielsweise die Zugehörigkeit zu einem Verein vor Ort, das besondere Engagement für eine lokale Sache. Außerdem schaut der Ausbilder beim Zeugnis weniger auf die Noten als auf die Beurteilungen des Arbeit- und Sozialverhaltens und auf unentschuldigte Fehltage. In all diesen Bereichen konnte der ehemalige Realschüler Beusch punkten.

Die 17-jährige Angelique Strohbach kommt, gemeinsam mit ihrer Mutter Daniela Strohbach, an den Stand geschlendert. „Wir finden es richtig gut, dass es die Ausbildungsbörse gibt“, sagen die beiden Rullstorferinnen.

Beim diesjährigen Info-Tag begleiten viele Eltern ihre Sprösslinge, hat Inge Schlote von der Agentur für Arbeit beobachtet. Gemeinsam mit ihren Kollegen Stephan König und Andreas Kathmann freut sie sich über den außerordentlich guten Zuspruch. „Wir haben dieses Mal fast 70 Arbeitgeber, die sich präsentieren, und damit 20 mehr als sonst. Einige von ihnen haben ihre Stände im Theaterfoyer aufgebaut.“

Auch dort herrscht dichtes Gedränge. Selina Neumann (16) lässt sich von Christian Britschin über die Arbeit der Bundespolizei informieren, während Ulrich Eichenberg den 16-jährigen Edi Berisha über die kreativen Seiten des Gärtnerberufes aufklärt.

Wer Industriemechaniker, Elektroniker oder Werkzeugmacher werden will, ist am Stand von Daimler genau richtig. Dort erzählt Ausbilder Bernd Löhn: „Im vergangenen Jahr haben wir in Lüneburg zwei Mädchen rekrutiert und als Auszubildende eingestellt.“ Motivierte Auszubildende werden in vielen Branchen händeringend gesucht.

Andreas Kathmann von der Agentur für Arbeit hat eine Statistik parat, nach der im Landkreis Lüneburg aktuell 540 und im Landkreis Harburg 667 Ausbildungsplätze gemeldet sind. Größter Bedarf besteht im Sektor Einzelhandelskaufmann/-frau, aber auch Bäckereifachverkäufer und angehende Bankkaufmänner/-frauen werden dringend gesucht.; Laudien. Gemeinsam mit seinem Chef Olaf Schröder und Azubine Sina Piepenbrink informiert er Angelique Strohbach und ihre Mutter Daniela über die Ausbildungsberufe in dem Lüneburger Autohaus.