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Monster messen Stimmung im Südergellerser Kindergarten

uk Südergellersen. Was zeichnet einen guten Kindergarten aus? Das ist eine Frage, die nicht nur Eltern beschäftigt, sondern ebenso die Pädagogen und Träger von Kindertagesstätten. Neue Wege auf der Suche nach Antworten geht jetzt der Kindergarten Südergellersen.

Als Grundlage und Orientierungshilfe für die fachliche Bewertung einer Einrichtung gilt der „nationale Kriterienkatalog für Kindertagesstätten“, mit dem sich die Kindergärten im Kreis derzeit intensiv beschäftigen. Im Rahmen eines Zertifizierungsprozesses geht es um die Qualitätsentwicklung in Bereichen wie Tagesgestaltung, kognitive Entwicklung, Ernährung, oder bildende Kunst und Musik. Aber wer kann Auskunft geben darüber, wie etwa die Tagesgestaltung in einer Einrichtung zu bewerten ist? Für Agathe Bruns liegt die Antwort auf der Hand: „Das können zuerst die Kinder. Für uns war klar, dass wir sie in den Prozess der Qualitätsentwicklung einbeziehen“, sagt die Leiterin des Südergellerser Kindergartens.

Um die Meinung der Kinder zur Tagesgestaltung einzuholen, hat sich die Einrichtung eigens Hilfe geholt – und zwar von vier neugierigen Monstern. „Den Monstern Simmsimm, Sammsamm, Summsumm und Sommsomm erzählen die Kinder, wie der Tag war, was sie gut oder blöd fanden“, erklärt Erzieherin Nicole Menking, die die witzigen Handpuppen erfunden hat. An zwei Tagen der Woche zieht sich Menking mit jeweils zwei Kindern in den Personalraum zurück und startet mit Monsterhilfe eine Befragung zum Ablauf des vorherigen Tages: Wie war das Ankommen, der Stuhlkreis, die Spielangebote oder das Frühstück? Johannes (4) und Louis (5) überlegen genau: „Geburtstagfeiern war gut“, findet Louis, aber der Stuhlkreis weniger: „Das war zu laut.“ Für jedes „gut“ wird ein fröhliches Monstergesicht auf die Stellwand gepappt, für „schlecht“ gibt es einen grimmig schauenden Sticker. Viele gut gelaunte Gesichter füllen bereits die Wand, nur eine Kategorie hat viele Minuspunkte: die Aufräumzeit. „Das ist verständlich“, schmunzelt Bruns, „erstaunlich ist eher, dass einigen Kindern auch das Aufräumen Spaß macht.“ Für Menking erfüllt die Befragung gleich einen doppelten Zweck: „Die Kinder sind aufgefordert, sich zu erinnern, zu reflektieren und ihre Meinung sagen, das machen sie sehr gut und genau“, lobt die Erzieherin. „Außerdem erzählen sie Dinge, die ich sonst nicht mitbekommen hätte.“ Nicht immer stimme die Wahrnehmung der Erzieherinnen nämlich mit denen der Kinder überein: „Wir fanden den gestrigen Tag nicht optimal und sehr stressig, für die Kinder war das aber offenbar ganz anders.“

Bei einem Studientag sollen die Ergebnisse ausgewertet werden: „Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse“, weiß Bruns, „unser Ziel ist, den Tag so zu gestalten, dass Phasen von Aktivität und Entspannung sich abwechseln. Die Rückmeldungen der Kinder helfen uns dabei, möglichst optimale Bedingungen für alle zu schaffen.“