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Neues Konzept für die Jugendarbeit

pet Adendorf. Fast täglich war das Adendorfer Jugendzentrum am Kirchweg noch vor einigen Jahren geöffnet, kommunale Jugendarbeit fand vor allem dort statt. Aber die Besucherzahlen gingen im Laufe der Jahre immer weiter zurück, die Öffnungszeiten wurden entsprechend eingeschränkt, im Sommer 2011 wurde ein Teil des Gebäudes für den „Kinderladen“ abgezweigt. Nur noch einmal in der Woche, jeweils am Freitag, treffen sich jetzt noch Mädchen und Jungen im Jugendzentrum. Immerhin werde dieses Angebot „gut angenommen“, hat Sandra Eddelbüttel, stellvertretende Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales, beobachtet. Aber klar ist allen Verantwortlichen bei der Gemeinde: Die Jugendarbeit muss neu organisiert werden.

Ohne direkten Zusammenhang mit der Neukonzeption gab es schon eine personelle Änderung in der Jugendarbeit der Gemeinde: Nach 15 Jahren trennten sich die Wege von Gemeinde und Jugendpfleger Michael Bosselmann. Interims-Nachfolgerin mit voller Stelle wurde Melanie Poch, die bisher schon 30 Stunden pro Woche für die Gemeinde gearbeitet hatte. Für die Übergangszeit, bis das neue Konzept umgesetzt wird, ist ihr Hauptarbeitsfeld die Sozialarbeit in der Grundschule. Die politischen Voraussetzungen für die Neukonzeption sind gegeben: Schon im vergangenen Sommer hatte der Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales des Gemeinderats die Verwaltung mit der „Gesamtsteuerung“ der Neuausrichtung beauftragt. Die Verwaltung fährt dabei zweigleisig: Zum einen berät eine Lenkungsgruppe aus Verwaltung, Schulen und AWO Soziale Dienste, unterstützt vom Diplom-Sozialpädagogen Hans-Herrmann Rieckmann als Moderator, über das künftige Konzept.

Ganz wichtig ist es den Verantwortlichen, die Kinder und Jugendlichen aus der Gemeinde einzubinden. Eddelbüttel: „Wir wollen das neue Konzept nicht über deren Köpfe hinweg erstellen.“ Über die Sozialarbeiterin der Oberschule am Katzenberg aktiviert Jugendpflegerin Melanie Poch zunächst die Schülervertreter, in einem weiteren Schritt sollen alle Kinder und Jugendlichen zu einem Treffen eingeladen werden  vermutlich Anfang April. Eddelbüttel: „Dazu kann dann jeder kommen, mögliche Projekte sollen vorgestellt werden, die die Schülervertreter schon erarbeitet haben. Und alle, die kommen, können auch ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen äußern.“

Was am Ende bei der Neukonzeption herauskommen wird, da tappen Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack und seine Mitarbeiter noch im Dunkeln  das auch angesichts der stärkeren Einbindung der Mädchen und Jungen im Ganztagsschulbetrieb und der veränderten Freizeitgewohnheiten. Wird ein Jugendpfleger in der bisherigen Form überhaupt noch gebraucht? Wird das Jugendzentrum noch benötigt? Kommt von Jugendlichen der Wunsch nach politischer Teilhabe, vielleicht nach einem eigenen Etat für Jugendprojekte?
Mit knapp 1400 der 10400 Adendorfer stellen die Sechs- bis 18-Jährigen einen großen Bevölkerungsanteil. Noch größer ist der Anteil der Senioren: 2800 Adendorfer sind älter als 60 Jahre. Das sind 27 Prozent der Bürger (Landesdurchschnitt: 25 Prozent). „Seit 2007 ist der Anteil der Senioren von 23 auf 27 Prozent gestiegen“, weiß Sandra Eddelbüttel. Während die Arbeiten am Jugendkonzept auf Hochtouren laufen, sollen auch neue Akzente in der Seniorenarbeit gesetzt werden. Ein Entwurf für künftige ,,Kommunale Seniorenpolitik“ liegt vor, für verschiedene Projekte, darunter ein Seniorenzentrum, sind Förderanträge gestellt. Das Thema wird auch im nächsten Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales diskutiert.