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In Bardowick kracht es häufiger

dth Bardowick. Die zwei Stellen mit den zuletzt häufigsten Unfällen mit „Personenschäden“ an Kreisstraßen hat die Unfallkommission für den Landkreis Lüneburg im Domflecken Bardowick ausgemacht: „Dringenden Handlungsbedarf“ sieht Andreas Dobslaw, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizeiinspektion Lüneburg, zum einen für die Kreuzung an der Hamburger Landstraße, wo die Kreisstraßen 32 und 46 aufeinandertreffen (in Höhe der Tankstelle), sowie für den Mini-Kreisverkehr an der K 31 (Hinter der Worth). Untermauert hat das Dobslaw bei der jüngsten Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Landkreises mit den Unfallzahlen aus drei Jahren, von 2009 bis 2011.

Besonders oft kam es zu Unfällen mit Verletzten an der Bardowicker Kreuzung für Autofahrer, die aus Richtung Lüneburg kamen und auf der Linksabbiegerspur in Richtung Vögelsen die Gegenfahrbahn queren mussten. Dabei gab es im Zeitraum von 2009 bis 2011 so viele Zwischenfälle, dass der Bereich als „Unfallhäufungsstelle schwer“ gekennzeichnet wurde – mit dringendem Handlungsbedarf. Relevant für die Einstufung als sogenannte „Unfallhäufungsstelle“ ist die Anzahl der Unfälle und der Schweregrad verletzter Personen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes: So spricht die Polizei laut Dobslaw von einer „Unfallhäufungsstelle“, wenn beispielsweise an einer Kreuzung oder Einmündung innerhalb eines Jahres mindestens fünf Unfälle oder mehr des gleichen Typs passiert sind.

Bei längerfristiger Betrachtung von drei Jahren liegt das Hauptaugenmerk auf Verkehrsunfällen mit Personenschäden. Eine „Unfallhäufungsstelle schwer“ ist dann gegeben, wenn es innerhalb von drei Jahren an einer Stelle zu fünf oder mehr Verkehrsunfällen mit Leichtverletzten gekommen ist oder ab drei Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten oder ab einem Verkehrsunfall mit Todesfolge.

Für die Linksabbiegerspur in Richtung Vögelsen an der Kreuzung Hamburger Landstraße/Bahnhofstraße/Pieperstraße verzeichnete die Unfallkommission 2009 einen Leichtverletzten, 2010 waren es schon acht und 2011 kamen vier Leicht- und zwei Schwerverletzte hinzu – macht 13 sogenannte Personenschäden in drei Jahren.

Grund genug auch für Heinz Fricke, Vorsitzender des Straßenbauausschusses des Landkreises, auf eine Entschärfung der Verkehrssituation zu drängen. Er schlägt vor, „für die Linksabbiegerspur eine eigene Ampelschaltung einzurichten“. Und auch für den, nach dem ehemaligen Bürgermeister im Volksmund Dubber-Kreisel genannten, Mini-Kreisverkehr bei Hinter der Worth/Wallstraße in Richtung Wittorf, hat er einen Vorschlag parat: „Man könnte dort ein Schild in auffälliger Farbe aufstellen, um auf den Unfallschwerpunkt hinzuweisen, ähnlich wie es bei den neonfarbenen Dreibeinen bei Wildunfällen auch gängig ist.“

Insgesamt kam es an dem 2004 gebauten Mini-Kreisel, mit einem Außendurchmesser von rund 14 Metern, in den Jahren 2009 bis 2011 zu Unfällen mit sieben Leichtverletzten. Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Unfallkommission, betont jedoch: „Der Mini-Kreisel hat in den ersten Jahren seine Wirkung erzielt, vorher hatten wir in dem alten Kreuzungsbereich deutlich mehr sowie schwere Unfälle. Diese Situation hat sich deutlich entschärft.“ Aber mit der zunehmenden Routine der Autofahrer lasse der Effekt des Mini-Kreisels nach. Nun müsse über Maßnahmen nachgedacht werden, die den Kreisverkehr auffälliger gestalten.

Kreissprecherin Birgit Fischer sagt auf Nachfrage: „Es muss noch geprüft werden, welche Maßnahme sinnvoll und technisch umsetzbar ist. Ob zum Beispiel am Kreisel neue Schilder oder bei der Kreuzung eine neue Ampelschaltung sinnvoll ist. Dazu werden demnächst Ortstermine der Unfallkommission stattfinden.“