Mittwoch , 28. September 2016
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Bürgerbus nimmt Fahrt auf

dth Amelinghausen. Der Probebetrieb lief bereits rund ein Jahr: Mit geliehenen Fahrzeugen von der Jugendfeuerwehr sowie der offenen Jugendarbeit Amelinghausen. „Wir haben Fahrten für Kinder und Jugendliche zur nachschulischen Betreuung angeboten, für den Kindergarten, Schüler zum Schwimmunterricht nach Amelinghausen gebracht oder Theaterbesucher nach Lüneburg“, berichtet Nicole Hansen (37) aus Rolfsen. Die gelernte Verwaltungsfachangestellte ist für die Samtgemeinde Amelinghausen als Bürgerarbeiterin tätig und will mit dem weiteren Bürgerarbeiter und gelernten Landwirt Frank Lindhorst (45) sowie ehrenamtlichen Helfern den kommunalen Fahrdienst im Auftrag der Samtgemeinde weiter ausdehnen. Dafür stehen jetzt zwei neue Kleinbusse für acht beziehungsweise 16 Fahrgäste bereit.

Die rund 100000 Euro für die beiden neuen Busse haben sich die drei Projektpartner geteilt: Der Landkreis Lüneburg steuert über den Struktur-Entwicklungfonds 35000 Euro bei, die Lüneburger Sparkassenstiftung 30000 Euro und die Samtgemeinde Amelinghausen 35000 Euro sowie die laufenden Kosten für den weiteren Betrieb. Die werden derzeit auf 12000 bis 15000 Euro geschätzt  zuzüglich der beiden Bürgerarbeitsstellen, die anteilig über den Europäischen Sozialfonds bezuschusst werden.
„Mit diesem Pilotprojekt im Landkreis Lüneburg soll die Mobilität in der Samtgemeinde Amelinghausen gesteigert werden. Dabei geht es nicht darum, eine Konkurrenz zum ÖPNV aufzubauen, sondern wirtschaftliche Alternativen im ländlichen Raum in der Praxis zu testen“, sagte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt gestern bei der Übergabe der neuen Fahrzeuge. Zur Abgrenzung zum ÖPNV sagte Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker: „Der Bürgerbus wird eng mit kommunalen Angeboten verknüpft, sei es für die Senioren- oder die Mehrgenerationenarbeit und soll auch ein Dienstleistungsangebot sein für Vereine und Verbände vor Ort.“

Im Fokus stehen dabei Menschen, die im ländlichen Raum ohne eigenes Auto mobil sein wollen oder müssen. So soll demnächst ein „Winterbäderbus“ Interessierte zu den Hallenbädern in Lüneburg und Bad Bevensen bringen. Bei den Preisen orientiere sich der kommunale Fahrdienst an den HVV-Tarifen. So koste etwa eine Fahrt zum Lüneburger Theater und zurück fünf Euro.

Über die Perspektiven des Projektes sagt Völker: „Mittelfristig soll aus dem kommunalen Fahrdienst der Bürgerbus für die ganze Samtgemeinde Amelinghausen werden. Dazu soll noch ein regelmäßiger Fahrplan ausgearbeitet werden, um die Mobilität zwischen unseren Dörfern zu erhöhen. Ein Bürgerbus in diesem Sinne könnte vom Land Niedersachsen anerkannt werden und damit auch die Voraussetzungen für eine Landesförderung erfüllen.“ Dafür bestehe aber die Notwendigkeit, dass eine gemeinnützige Institution die Trägerschaft übernimmt. Völker weiter: „Die Samtgemeinde würde das Projekt aber weiterhin intensiv begleiten.“ Landrat Nahrstedt schlug vor, dass die Samtgemeinde selbst einen gemeinnützigen Verein gründen könne, sollte sich kein anderer Träger finden.