Dienstag , 27. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Sanierer in den Startlöchern
3072333.jpg

Sanierer in den Startlöchern

emi Bleckede. Zerschlagene Fensterscheiben, bröckelnder Putz und Efeu, der sich seinen Weg durch Mauerritzen bahnt: Mitten im Herzen der Bleckeder Innenstadt „siechen einige der schönsten Häuser seit Jahren dahin“. Dieser Anblick stimmt den Bleckeder Allgemeinmediziner Dr. Ralf-Peter Oelsner traurig. Von einer Städtebauförderung verspricht er sich die „einmalige Gelegenheit, wichtige Beispiele unserer historischen Baugeschichte zu retten“. Drei Tage vor Gründung des neuen Arbeitskreises Bleckeder Altstadt (ABA) nach Vorbild des Lüneburger ALA sprach sich Oelsner am Montag bei einem Informationsabend für die schnelle Einleitung von Fördermaßnahmen aus  nur dann seien bereits vorhandene Interessenten zur Sanierung bereit.

Zu der Veranstaltung im Bleckeder Schloss-Saal, die über Möglichkeiten der Städtebauförderung informieren sollte, hatte Jens Böther rund 70 Gäste eingeladen  unter ihnen zahlreiche Hauseigentümer. Der Bleckeder Bürgermeister sieht zwar durchaus „Modernisierungs- und Erhaltungsbedarf im Quartier“. Aber er warnte auch vor „einer großen Herausforderung für eine kleine Stadt, den Prozess finanziell zu stemmen“. Dr. Simone Strohmeier, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Infrastrukturplanung „Infraplan“, und Uwe Lögering, Projektleiter für städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen bei der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), berichteten über Fördermöglichkeiten und erläuterten das mögliche weitere Vorgehen.

Zwei Städtebauförderungsprogramme für die Elbestadt stünden grundsätzlich zur Debatte, sagte Strohmeier: „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ und „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Lögering sieht die Vorteile aber klar bei der Denkmalschutz-Variante: „Es gab bereits ein Signal vom Land, dass Bleckede gute Chancen auf dieses Programm hat, das sollte man nicht unterschätzen.“ Ein weiteres Plus: Während die Laufzeit des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ zunächst bis 2015 begrenzt sei („was danach kommt, steht in den Sternen“), habe der „Städtebauliche Denkmalschutz“ keine feste Laufzeit. Für dieses Programm könne man sich zum 1. Juni eines jeden Jahres bewerben.

Die Förderung übernähmen zu zwei Dritteln Bund und Land, ein Drittel entfiele laut Lögering auf die Kommune. Böther hält eine Bewerbung zum 1. Juni 2014 für „realistisch“  doch ob es überhaupt so weit kommt, steht noch nicht fest. Zunächst muss der Bauausschuss über das Thema beraten. Den Einleitungsbeschluss zum Beginn der Voruntersuchung fälle dann der Stadtrat, so der Bürgermeister. Für die Voruntersuchung müsse ein Büro beauftragt werden. „Dafür müssen wir zwischen 15000 und 25000 Euro in die Hand nehmen“, gibt Verwaltungschef Böther zu bedenken.

Nach dem Untersuchungsbericht und der Anmeldung zum Programm könne das Land laut Lögering „frühestens im Jahr 2015“ über die Aufnahme Bleckedes entscheiden. Das jedoch dauert Oelsner als Mitinitiator des ABA zu lang. Er warnte: „Nimmt die Stadt aus finanziellen Bedenken diese einmalige Chance nicht wahr, werden wir uns nur noch über die Beerdigung der Häuser Gedanken machen müssen.“

Termin: Die Gründung des Arbeitskreises Bleckeder Altstadt ist geplant für Donnerstag, 28. Februar, ab 20 Uhr im Brauhaus zu Bleckede.