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Bioerdgas für Libeskind-Bau

rast Lüneburg. Die Ausschreibung lief europaweit, dabei lag die Lösung so nahe. Für das neue Zentralgebäude und die Umstellung der Versorgung auf Erneuerbare Energien suchte die Leuphana Universität 2012 einen Partner, der sie bei der Umsetzung eines neuen Versorgungskonzeptes unterstützt und sich um die Wärme- und Kälteversorgung des Libeskind-Baus kümmert. Den Zuschlag erhielt der bisherige Lieferant E.on Avacon Wärme GmbH, der bereits am Campus, direkt hinter dem Vamos gelegen, ein Blockheizkraftwerk betreibt. Nach erfolgreichem Probebetrieb nahm Lothar Ahrens von der E.on gestern das modernisierte Blockheizkraftwerk (BHKW) offiziell in Betrieb.

Die E.on investiert eine Million Euro in die Modernisierung der Technik an der Heinrich-Böll-Straße mit gleichzeitiger Fokussierung auf Bioerdgas. Der Energieversorger geht durch den Einsatz des regenerativen Brennstoffs Bioerdgas von einer CO2-Vermeidung von rund 4500 Tonnen im Jahr aus. Bei einem normalen Erdgas-Motor gibt es laut der E.on einen jährlichen CO2-Ausstoß von eben jenen 4500 Tonnen, da Bioerdags ein regenerativer Brennstoff ist, sinkt der Ausstoß hier also auf Null.

In dem BHKW, das auch private Haushalte auf dem Bockelsberg versorgt, wurde einer der insgesamt drei installierten Motoren durch einen neuen ersetzt. Ahrens: „Der neue Motor wird mit Bioerdgas betrieben und hat eine elektrische Leistung von 530 Kilowatt. Allein mit der von diesem Motor erzeugten Energiemenge könnte man 270 Wohnungen mit Wärme und etwa 1100 Haushalte mit Strom versorgen.“ Bei den anderen beiden Motoren handelt es sich um einen weiteren Bioerdgas- und einen Erdgas-Motor. Der Umbau begann im Oktober 2012, kostete rund 500 000 Euro.

Weitere 500 000 Euro sind für die im Sommer startenden Arbeiten kalkuliert. Dann wird der Erdgas-Motor ausgebaut und der ältere, vor der großen Halle in einer Betonhaube untergebrachte Bioerdgas-Motor in die Maschinenhalle umgesetzt, Ahrens: „Künftig übernehmen nur noch zwei besonders umweltfreundliche Motoren die Versorgung auf dem Bockelsberg.“

Spätestens 2014 soll dann die Kälteanlage für den Libeskind-Bau installiert werden, die die Klimatisierung im Zentralgebäude regelt. Sie findet Platz unter der Betonhaube. Lothar Ahrens erläutert: „Die Besonderheit an der geplanten Kühlanlage ist, dass sie mit freier Kühlung arbeitet – das bedeutet, dass in Übergangszeiträumen wie April bis Juni sowie September und Oktober die Außenluft zur Kühlung der Räume genutzt wird. Die Kältemaschine selbst bleibt in diesen Zeiträumen größtenteils aus, wodurch eine Menge Energie eingespart wird.“

Die E.on setzt laut Pressesprecherin Corinna Hinkel bereits seit Jahren auf den umweltfreundlichen Brennstoff Bioerdgas: „Für rund 4,5 Millionen Euro hat die Wärmegesellschaft ihre Blockheizkraftwerke auf modernste Technik mit höchstmöglichem Wirkungsgrad umgerüstet. In Lüneburg hat die E.on bereits 2009 im BHKW Mitte an der Lindenstraße den damals größten Bioerdgas-Motor in Betrieb genommen. Aktuell nimmt Biogas bei unserem gesamten Gaseinsatz 20 Prozent ein.“ Derzeit betreibt die E.on in der Hansestadt drei Blockheizkraftwerke – neben Bockelsberg und Lindenstraße auch das in Kaltenmoor. Hinzu kommen wird eines im neuen Hanseviertel.