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Schulhof-Tristesse

emi Bleckede. Karg sieht er aus, grau, vermüllt und langweilig: Rund 30 Schüler von Haupt-, Realschule und Gymnasium des Schulzentrums Bleckede haben ihrem Pausenhof ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt.

Die Fünft- bis Neuntklässler deckten jetzt bei einem zweitägigen Workshop gnadenlos die Schwachstellen des Schulgeländes auf – und führten den Erwachsenen vor Augen, wie man es besser machen kann: Zusammen mit dem Bleckeder Sozialpädagogen Maik Peyko bastelten sie Modelle aus Styropor, Bierdeckeln und Wäscheklammern. Ihre fantasievollen Vorschläge präsentierten die Kinder und Jugendlichen nun an mehreren Stationen in der Pausenhalle des Bleckeder Gymnasiums.

Realschülerin Celina Wohlers hat sich breitbeinig vor ihrem Modell aufgebaut, ihre Augen blitzen vor Empörung: „Auf unserem Schulhof liegt zu viel Müll herum“, schimpft sie. Doch die 15-Jährige hat auch schon eine Idee, wie sie Mitschüler und Lehrer dazu bringen kann, den Abfall künftig ordnungsgemäß zu entsorgen: „mit kreativen Mülleimern“.

Gemeinsam mit Freundin Lena hat die Siebtklässlerin zwei Beispiele entworfen: Eine Coladose und einen Frosch mit großem Mund, „damit man den Müll durch die Öffnung hineinwerfen kann. Toll wäre es auch, wenn der Mülleimer einen Sensor hätte, der Geräusche macht, wenn man etwas reinschmeißt“.

An einer anderen Station präsentieren der elfjährige Patrick Schaar und Sebastian Gödecke (13) stolz ihre Vision aus Farbe, Draht und Pappe: ein Volleyball- und ein Hockeyfeld für den Schulhof. „Hier sind bisher nicht so viele gute Sportgeräte“, begründet Patrick und Sebastian ergänzt: „Wir hatten hier mal ein Volleyballfeld, aber das wurde leider abgerissen.“ Viel zu viele Flächen auf dem Schulgelände würden nicht genutzt, finden die beiden und haben deshalb eine ganz genaue Vorstellung davon, wo sie ihre Sportfelder aufbauen würden.

Doch nicht nur die Gestaltung des Pausenhofes liegt den Bleckeder Schülern am Herzen. Auf ihrem Wunschzettel stehen noch viele weitere Dinge, die den Schulalltag versüßen sollen: Ein Internetcafé mit freiem W-Lan, farbige Wände für die Klassenzimmer, ein Ruheraum, ein neues Klettergerüst, ein Skater-Park mit Halfpipe und ein Schulgarten voller Blumen.

„Die Schüler sollten unabhängig vom Geld einfach mal rumspinnen“, sagt Sozialpädagoge Peyko. „Jetzt werden wir die Ideen filtern und schauen, was man wie schnell umsetzen kann.“ Denn dass die Vorschläge nicht nur Spinnerei bleiben sollen, darin sind sich alle Beteiligten einig.

Christian Hultsch, Leiter des Bleckeder Gymnasiums, erklärt: „Letztes Jahr hat der Bauausschuss des Kreises bei einer Begehung festgestellt, dass sich hier etwas ändern muss.“ Die Politiker hätten daraufhin die Verwaltung beauftragt, die Schulen in die Planungen einzubeziehen. „Da haben wir uns gedacht: Warum nicht gleich die Schüler fragen? Die wissen schließlich am besten, woran es noch fehlt“, sagt Hultsch.