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Jetzt geht’s ans Bettenbeziehen

as Lüneburg. Für Ärzte, Mitarbeiter im Pflegebereich und der Funktionsdienste gibt es im Lüneburger Klinikum sogenannte Bereitschaftsdienstzimmer. Bereit steht dort auch ein Bett, das Mitarbeiter nutzen können, wenn sie während der Bereitschaft nicht im Einsatz sind. Für Unmut sorgt nun bei einigen, dass die Nutzer die Betten selbst beziehen sollen. Anonym kommentierten Mitarbeiter gegenüber der LZ ein Rundschreiben von Klinikum-Chef Dr. Michael Moormann, in dem er Stellung nahm zum Thema „Bettwäsche in den Bereitschaftszimmern“. Mit dickem Ausrufezeichen bemängelten die anonymen Schreiber: „Wo bleibt die Wertschätzung der nachts schon schwer arbeitenden Mitarbeiter?“

Der Klinikum-Chef hatte in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass in Anbetracht der schwierigen Finanzsituation der Kliniken nach zumutbaren Einsparmaßnahmen geschaut werden müsse. Bekanntlich belastet derzeit die ungenügende Krankenhausfinanzierung auch Häuser in Niedersachsen schwer. Um die Situation in den Griff zu bekommen, müssten alle an einem Strang ziehen und akzeptieren, wenn „die Grenzen des Zumutbaren verschoben werden müssen“, erklärte Dr. Moormann.

Dazu gehört nun, dass die Service Plus Lüneburg GmbH zwar weiter die Bereitschaftszimmer säubert und frische Bettwäsche auslegt, doch beim Bettbeziehen muss jeder selber ran. Die Service Plus GmbH ist eine von zehn Gesellschaften, die unter dem Dach der Gesundheitsholding firmieren. Die Mitarbeiter arbeiten unter anderem in den Bereichen Speisenversorgung, Gebäudereinigung und Logistik. Wie alle Gesellschaften der Holding ist auch die Service Plus gehalten, wirtschaftlich zu arbeiten.

Moormann erklärt in dem Schreiben, dass er den Vorschlag der Service GmbH, durch den Wegfall des Neubezugs von Betten Personalkosten einzusparen, akzeptiert habe. „Die Frage, ob es sinnvoll ist, eine solche Tätigkeit auf höher qualifiziertes Personal zu verlagern, ist berechtigt. Allerdings führt das Verlagern der Tätigkeit auf den Bereitschaftsdienst nicht zur Erhöhung der Personalkosten, weil Bereitschaftsdienst vergütet wird.“

Auf LZ-Anfrage sagt Dr. Jörg Cramer, Ärztlicher Direktor des Klinikums: „Das Thema wurde im Haus durchaus kontrovers diskutiert. Es besteht aber ein Konsens, dass wir uns in wirtschaftlich schwierigen Zeiten befinden und gucken müssen, wo man gegebenenfalls Einsparungen ermöglichen kann, ohne an das Portmonee der Mitarbeiter zu gehen.“ Cramer meint: „Ich finde, dass dies im zumutbaren Rahmen ist. Es trifft gleichermaßen Ärzte sowie Mitarbeiter im Pflegebereich und des Funktionsdienstes.“