Donnerstag , 29. September 2016
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Turmbau auf dem Sportplatz

sel Hohnstorf/Elbe. Ein neues „Kommunikationszentrum“ soll auf den Sportanlagen des TuS Hohnstorf entstehen. Hinter dem klangvollen Begriff verbirgt sich ein gut sechs Meter hoher Turm, der zwischen den beiden Fußballfeldern neben der Tribüne errichtet werden soll. „Er wird mit Lautsprechern ausgestattet und kann nur von autorisierten Personen benutzt werden. Im unteren Bereich werden ein Abstellraum und eine Erste-Hilfe-Versorgung untergebracht“, erläuterte Annette Kork bei der jüngsten Sitzung des Hohnstorfer Gemeinderates im Hohnstorfer Fährhaus.

Die CDU-Ratsfrau ist nicht nur die stellvertretende Bürgermeisterin, sondern bei dem 1250 Mitglieder starken Verein für Finanzen und Organisation zuständig. Die erste Herrenmannschaft liegt zurzeit in der Fußball-Kreisliga abgeschlagen am Tabellenende, der Abstieg in die 1. Kreisklasse droht.

Der Turm, der eine Übersicht über die Sportanlagen bieten soll, wird aus Holz und Stahl in Fachwerkbauweise gebaut und rund 45 000 Euro kosten. Davon werde die Gemeinde 9000 Euro aufbringen, der Rest soll aus Zuschüssen, unter anderem vom Landkreis und dem Kreissportbund, kommen, die bereits beantragt sind. SPD-Ratsherr Andreas Köhlbrandt, der seit 1995 als Trainer im Jugendbereich des Sportvereins tätig und somit sehr oft auf dem Gelände ist, begrüßte das Vorhaben: „Wenn man dort sieben, acht Stunden lang ein Turnier leiten muss, pfeift der Wind über den Platz. Für die Gesamtturnierleitung bietet der Turm eine ideale Übersicht. Ich bin froh, dass wir das Projekt, das schon lange geplant ist, endlich mit Fördergeldern anschieben können.“

Dieser positiven Einschätzung folgte zwar die Ratsmehrheit, nicht aber Jörg Lüdtke. Im Gegenteil: Der CDU-Politiker fand deutliche Worte der Kritik. „Bislang liegt mir keine plausible Erklärung für den Bau dieses Turms vor. Ein intaktes Gebäude der Gemeinde soll abgerissen werden, dafür wird der Turm in das Eigentum des TuS übergehen.“ Mit dem „intakten Gebäude“ ist eine Holzhütte gemeint, aus der früher Getränke verkauft wurden und die heute kaum noch nutzbar ist. Zudem fürchtet Lütdke, wolle der TuS im Kommunikationszentrum Speisen und Getränke verkaufen: „Das ist Förderung von Schwarzgastronomie.“

Aber Lüdtke stand mit seiner Kritik allein da. Gegen seine Stimme beschloss der Rat den Bau des Turms und die Antragstellung auf Sportförderung. Bereits am Dienstag, 12. März, wird sich der Sportausschuss des Kreistags vor Ort mit dem Thema beschäftigen. Um 14.45 Uhr wird Dirk Lindemann, Vorsitzender des TuS Hohnstorf, die Pläne auf dem Außengelände erläutern, dann tagt der Fachausschuss im Vereinsheim des TuS Hohnstorf weiter.