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Gelbe Spechte sichern die Zukunft alter Buchen

kre Scharnebeck. Haben Graffiti-Sprayer den Scharnebecker Wald als neue Kunstfläche entdeckt? Fast könnte man das meinen – angesichts der gelben Markierungen, die im Drögeholz etliche Buchenstämme zieren. Dieses Forststück gehört seit Anfang des Jahres zur Revierförsterei Barendorf, die „Kunstwerke“ mit gelber Farbe auf die Bäume gesprüht hat aber noch der Scharnebecker Revierförster Burkhard von List.

„Es handelt sich um so genannte Habitatbäume“, erklärt Barendorfs Förster Oliver Christmann – Bäume, die sich selbst überlassen bleiben, die also niemals mit einer Kettensäge in Berührung kommen werden. Und wer sich die Markierungen des Försters anschaut, wird schnell sehen, das sie zwei Spechte darstellen, die Rücken an Rücken sitzen. ,Das Bild ergibt ein „H“ – für Habitatbaum. Weil die gelbe Farbe nicht von Dauer ist, zieren die Bäume allerdings noch ein zweites Zeichen: Ein kleines Kreuz – eingeritzt mit einem Reißer in die Rinde. „Das hält für die Ewigkeit, damit auch spätere Waldarbeiter-Generationen wissen, dass diese Bäume für die Holznutzung tabu sind“, erklärt Christmann.

Doch was macht die Bäume so besonders? Sie bieten einer Vielzahl von Lebewesen Lebensraum. Und wer den Blick in die Kronen richtet sieht, dass die Spechte nicht nur aufgemalt sind, sondern echte Spechte tatsächlich ihre Höhlen in den Stämmen und Ästen angelegt haben. „Ziel ist es, dass in Altbeständen mindestens fünf Habitatbäume ausgewiesen werden“, sagt Christmann. Dort kann sich die Natur wieder ungestört entfalten.