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Ärger über Baumfällungen

dth St. Dionys/Bardowick. Obwohl der Kreis Lüneburg erst kürzlich selbst darauf hinwies, dass auch Heckenschnitt mit Rücksicht auf brütende Vögel nach dem 1. März untersagt sei, lässt der Kreis Bäume fällen. Zuletzt im Barumer Ortsteil St. Dionys sowie im Domflecken Bardowick. Und nicht nur Barums Bürgermeister Torsten Rödenbeck ist empört, dass er „über die Baumfällungen in meiner Gemeinde nicht einmal informiert wurde“. Anwohnerin Corinna Tackenberg aus St. Dionys will sogar juristische Schritte gegen den Landkreis prüfen, denn aus ihrer Sicht „sehen die Bäume, die gefällt werden, noch sehr gesund aus“.

Die jüngsten Baumfällungen fanden entlang von Kreisstraßen zwischen Bardowick und Wittorf (K 46 und K 31) statt sowie am St. Dionyser Ortsausgang Richtung Barum (K 13). Verantwortlich dafür ist der kreiseigene Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU) in Embsen. Auf LZ-Nachfrage erklärt Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Tatsächlich fällt man nach dem 1. März keine Bäume mehr. Es sei denn, die Bäume sind krank und stellen eine Gefahr für den Straßenverkehr dar. Das war der Fall.“

Doch auch Barums Bürgermeister Rödenbeck sagt: „Für mich als Laien sahen die zuletzt gefällten Bäume, die ortsbildprägend waren, vollkommen in Ordnung aus.“ Dazu, dass er ferner nichts von der Aktion erfahren hat, bis die Bäume weg waren, sagt Rüdiger Scholz, stellvertretender SBU-Leiter: „Normalerweise hätten wir den Bürgermeister informiert. Das ist aber aufgrund eines Krankheitsfalles nicht passiert. Das tut uns leid, und wir geben uns Mühe weiterhin eine gute Kommunikation mit den Gemeinden zu pflegen.“

Zudem weist Sprecherin Holzmann darauf hin: „Die Baumfällungen sind bereits vergangenes Jahr durch die Baumschutzkommission des Landkreises festgelegt worden.“ Die Kommission setzt sich zusammen aus einem Vertreter des Fachdienstes Umwelt, eines SBU-Mitarbeiters sowie einem externen Gutachter, in dem Fall der Firma „Baumpflege Uwe Thomsen e.K.“ aus Pinneberg. Die von der Kommission erarbeitete Liste werde dann abgearbeitet. Auf LZ-Nachfrage heißt es aber: „Die Baumliste ist nicht öffentlich einsehbar.“

Zu den gefällten Bäumen an der K 12 in St. Dionys heißt es, dass sie unter „Kronenvergreisung“ gelitten hätten, eine Birke an der K 31 sei von Pilz befallen gewesen, und die in Bardowick beim Fußgängerübergang an der K 46 entfernten Ahorne seien unter anderem bereits zu großen Teilen abgestorben gewesen. Dass Ersatzpflanzungen an Ort und Stelle vorgenommen werden, ist nicht garantiert. So wurden etwa als Ersatz für am Bardowicker Bahnhof gefällte Birken zwar Bäume nachgepflanzt, allerdings an der Kreisstraße 8 bei Drögennindorf.