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Winterfreude und Winterleid

pet/ca Lüneburg. Der Frühling gab nur ein Gastspiel, nun kehrte der Winter mit Schnee und Eis auch in Stadt und Kreis zurück – für Spaziergänger war’s eine Pracht, für Kinder ein Rodelvergnügen und für Räumdienste voller Arbeitseinsatz. Die Polizei zieht eine überwiegend gelassene Bilanz: Es habe zwar einige Unfälle gegeben, doch die seien in der Regel glimpflich verlaufen. Am spektakulärsten krachte es gestern Nachmittag zwischen Brietlingen und Barum, dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt, ein Streufahrzeug des Landkreises wurde schwer beschädigt.

Am Ortsausgang von Brietlingen hatte laut Polizei ein 45-Jähriger auf der glatten Kreisstraße die Kontrolle über seinen Kastenwagen verloren, war in einer Kurve gegen einen entgegenkommenden Kleintrecker des Landkreises geschlittert. Der CitroÍn hatte danach nur noch Schrottwert, dem Traktor, der Straßen und Wege von Schnee befreite und abstreute, wurde durch die Wucht des Aufpralls ein Hinterrad abgerissen. Der Lenker des Streufahrzeugs (57) und der Autofahrer kamen ins Klinikum nach Lüneburg. Da Öl austrat, sperrte die Polizei für Reinigungsarbeiten die Straße über mehrere Stunden.

Bei Horndorf hatte sich laut Polizei am Vormittag eine Frau mit ihrem Auto auf rutschiger Straße überschlagen und war gegen einen Baum geprallt. Sie habe Glück im Unglück gehabt, sagte ein Beamter: Die Fahrerin sei mit dem Schrecken davongekommen.

In der Stadt war der Räumdienst am Sonnabendnachmittag vom Betriebshof an der Bockelmannstraße gerollt. Der nächste Einsatz startete dann am Sonntag gegen vier Uhr früh. Eduard Usbeck dirigierte rund 50 Kollegen. Zehn Zentimeter Schnee seien gefallen, sagte Usbeck. So sei neben Großfahrzeugen für die Straße die Flotte der kleinen Räumflitzer losgesaust: In der ersten Welle hätten die Trecker mit Schilden Wege freigeschoben, im „zweiten Angriff“ rückten sie mit rotierenden Bürsten an, um Reste wegzufegen. Am Nachmittag folgte in der Innenstadt der nächste Streich: Sämtlicher Schneematsch sollte verschwinden. Denn da die nächsten Tage Minusgrade angesagt sind, könnte der Matsch gefrieren und zur Stolperfalle werden.

Alle zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und Mitarbeiter hat auch der landkreiseigene Betrieb Straßenbau und -unterhaltung (SBU) auf Straßen und Radwegen, um den Verkehr sicherer zu machen. „Seit Samstagabend sind wir dabei“, berichtet Einsatzleiter Jörg Neben. „Sonntagfrüh um vier Uhr hat die nächste Schicht begonnen.“

Am Sonntagnachmittag war erneut Schichtwechsel, bis kurz vor Mitternacht waren die SBU-Mitarbeiter nonstop unterwegs. Insgesamt 385 Kilometer Straßen, von Amelinghausen bis Neuhaus, hat der Landkreis Lüneburg von Schnee und Eis freizuhalten, dazu kommen 115 Kilometer Radwege. Dafür stehen sieben Räumfahrzeuge zur Verfügung, weitere vier Fahrzeuge räumen und streuen die Radwege. Die Einsätze werden von den Standorten Embsen, Breetze und Neuhaus aus gefahren. „Nach dem Unfall bei Brietlingen können wir auf den Radwegen natürlich nur noch mit verminderter Kraft arbeiten“, so Neben. „Aber wir bemühen uns, die Wege zu den Schulen freizubekommen.“

Auch Neben betonte, es sei wichtig, die Straßen möglichst schnell zu räumen, „weil ja für die nächsten Tage starker Frost angesagt ist“. Kein Problem habe man mit dem Streusalznachschub: „Wir haben ausreichende Vorräte in den Lagern.“