Dienstag , 27. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Gefährliche Haltestelle
3107697.JPG

Gefährliche Haltestelle

kre Neu Oerzen. „An der Sicherheit unserer Kinder scheint dem Landkreis offenbar nicht viel zu liegen“, glaubt Freia Stumpf. Eine provokante Behauptung. Doch die Neu Oerzenerin spricht aus, was auch viele andere in ihrer Siedlung denken. Seit langem schon kämpfen die Bürger des Embsener Ortsteils dafür, dass die Bushaltestelle sicherer wird. Die befindet sich an der Bundesstraße 209.

Wenn also die Erstklässlerinnen Lotta, Paula und die anderen Kinder mittags mit dem Bus von der Schule kommen, müssen sie die vielbefahrene Bundesstraße queren, auf der in diesem Abschnitt mit 70 km/h gefahren werden darf. „Deshalb holen wir unsere Kinder ab, weil wir sie dieser Gefahr nicht ausetzen wollen und können“, sagt Oliver Stumpf und fordert: „Dieser Gefahrenpunkt muss endlich beseitigt werden.“

Viele Neu Oerzener haben inzwischen ohnehin den Eindruck, dass der Landkreis als zuständige Behörde die Probleme der Anwohner nicht ernst nimmt. Dabei gehe es nicht nur um sicheren Schülertransport, sondern ebenso darum, „dass auch ältere und gehbehinderte Menschen sicher die Bushaltestelle an der B 209 erreichen“, erläutert Kerstin Rojek.

Bereits seit knapp zwei Jahren kämpfen die Neu Oerzener deshalb für eine sichere Bushaltestelle, wissen dabei auch den gesamten Rat und die Gemeinde Embsen hinter sich – doch außer einigen Ortsterminen gebe es bisher keine greifbaren Ergebnisse.

Dabei hatte die Gemeinde Embsen nach den Worten von Gemeindedirektor Peter Gentemann bereits etliche Vorschläge zur Lösung des Problems unterbreitet, „die aber allesamt abgelehnt wurden.“

So hatte die Gemeinde unter anderem den Antrag gestellt, an den Ortseingängen gelbe Ortstafeln aufzustellen, um so die innerörtliche Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße 209 auf 50 km/h zu reduzieren. „Dieser Vorschlag wurde aber von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises mit Einvernehmen der Polizei abgelehnt“, berichtet Gentemann. Er wundert sich zudem über die Begründung: „Wegen fehlender Randbebauung würden sich die Autofahrer ohnehin nicht an die innerorts vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h halten“, gibt er den Inhalt der Absage wieder.

Auch eine Verlegung der Bushaltestelle in die Straße Am Timeloh lasse sich nicht realisieren. Zwar hatte die Gemeinde schon zugesagt, auf eigene Kosten den Wendeplatz für die Busse zu vergrößern, das Busunternehmen legte trotzdem ein Veto ein. Die Fahrer der Gelenkbusse befürchten, Probleme bei der Auffahrt auf die Bundesstraße zu bekommen.

Dafür sollte die Gemeinde – mit Elternhilfe – einen Fußweg für die Kinder quer durch ein Waldstück anlegen. Doch dieser Vorschlag des Kreises kam bei den Anwohnern gar nicht gut an. „Die wollten tatsächlich unsere Kinder dort aussteigen lassen, wo Fernfahrer parken und dann durch einen unbeleuchteten Waldweg laufen lassen“, empören sich Freia Stumpf und ihre Mitstreiter.

Immerhin: Anfang April wird es erneut eine Begehung mit Gemeinde, Polizei, Busunternehmen und Vertreter des Kreises geben. „Wir nehmen das Problem ernst und wollen gemeinsam eine Lösung finden“, verspricht Kreissprecherin Birgit Fischer.