Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Mit dem Rad von Budapest nach Bleckede

off Bleckede. Sein Beitrag für eine bessere Welt beginnt heute Abend um 22.30 Uhr. Nach 14 Stunden Bahnfahrt wird der Barendorfer Franz Makkai in Budapest aus dem Zug steigen, 30 Kilogramm Gepäck aufs Fahrrad schnallen und losfahren – zu einer Radtour durch Ungarn, Slowenien, Österreich, Tschechien und Deutschland. Ziel seiner Reise: Bleckede, die Stadt, für die er in den kommenden zehn Tagen rund 2000 Kilometer fahren wird. Denn der 48-Jährige tritt nicht nur aus sportlichem Ehrgeiz in die Pedale, Franz Makkai bittet um Spenden für zwei Bleckeder Jugendprojekte: den pädagogischen Mittagstisch des Sozialraumteams und das Ferienprogramm der Jugendpflege.

Für den Yoga-Lehrer, Gesundheitspädagogen und früheren Leistungssportler ist es bereits die zweite Spenden-Tour dieser Art, im vergangenen Jahr hat Makkai für die Winsener Hilfsaktion „Hand in Hand“ einen achttägigen Sportmarathon vom Bodensee nach Winsen/Luhe absolviert. Per Rad, Ruderboot, auf Inlinern, schwimmend und laufend legte er damals rund 1750 Kilometer zurück, Makkai weiß also, worauf er sich jetzt einlässt. Mindestens zehn Stunden, durchschnittlich 200 Kilometer, will er täglich fahren, eine Extrem-Herausforderung, über die manche nur verständnislos den Kopf schütteln können. Dem dreifachen Vater ist es egal: Er will Kindern helfen, denen es nicht so gut geht. Und der Sport ist seine Art, es zu versuchen.

Angst, schlapp zu machen bei seiner Tour von Budapest über Bratislava, Wien, Passau und Prag nach Bleckede, hat Makkai nicht. Auch wenn er den Wetterprognosen zufolge fast die ganze Zeit über leichten Gegenwind befürchten muss. „Ich bin topfit“, sagt er, „nicht nur körperlich, auch mental.“ Bei seiner letzten Tour habe er nach 200 Kilometern Radfahren und zwei Minuten Pause einen Ruhepuls von gerade mal 68 gemessen. „Ich habe ein Herz-Kreislaufsystem, das so schnell nicht schlappt macht. Resultat jahrzehntelangen Trainings.“

Doch für eine Tour wie diese muss nicht nur die körperliche Fitness stimmen, es braucht auch ein gesundes Maß an Urvertrauen. Nur ein einziges Hotel in Wien hat Franz Makkai vor seiner Abfahrt gebucht, alle weiteren Übernachtungsmöglichkeiten will er sich suchen, wenn er sie braucht. „Das klappt schon“, sagt er, „so wie letztes Jahr. Da hat sich auch immer etwas gefunden.“ Die einzige Sicherheit, auf die er nicht verzichten will, ist seine Technik: Handy und Navigationsgerät. Außerdem mit im Gepäck steckt ein Diktiergerät. „Damit halte ich beim Fahren meine Eindrücke, Gedanken und Gefühle der Tour fest.“

Geplante Ankunft des Extremsportlers: Sonntag, 24. März, um 16 Uhr am Bleckeder Rathaus. Warum er als Barendorfer ausgerechnet Bleckede unterstützt? „Weil ich im Jugend- und Familienzentrum Bleckede seit vielen Jahren Yoga-Kurse gebe, mich mit der Stadt verbunden fühle und mir Kinder einfach am Herzen liegen“, sagt Makkai. Was am Ende tatsächlich an Spenden zusammenkommt? Eine Frage, mit der sich der 48-Jährige in den nächsten zehn Tagen nicht beschäftigen will. Er wird stundenlang in die Pedale treten, Kilometer machen und darauf hoffen, dass sein Einsatz für eine bisschen bessere Welt belohnt wird.

Wer die Aktion unterstützen will, spendet direkt an den Jugendhilfeträger: Albert-Schweitzer-Familienwerk, Konto: 60 111 75, Sparkasse Lüneburg (240 501 10). Verwendungszweck: Spenden-Tour.