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Ein EU-Parlamentarier auf Stintfang

bjh Hoopte. Kommunikation ist wichtig. So sieht es auch die Gemeinschaftsinitiative Elbfischer. Dem Zusammenschluss gehören Vertreter der Landesfischereiverbände und Elbfischer aus Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen an. Sprecher der Initiative ist Elbfischer Christian Köthke aus Gorleben. Ziel die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der Sicherung der Fischbestände und der Elbfischerei, was man auch als Lobbyarbeit bezeichnen kann.

Seit 2004 zeichnet die Gemeinschaftsinitiative Elbfischer Politiker aus, die sich für ihre Sache einsetzen, und ernennt sie zum Freien Elbfischer. Jetzt wurde diese Ehrenbezeichnung in Hoopte zum sechsten Mal vergeben. WernerKuhn ,Schiffsbauingenieur aus Zingst, Europaparlamentarier für die CDU, hat sich Ehren-Reuse und Urkunde verdient. Dazu gibt es den Brauch, dass der Anwärter vor der Auszeichnung erst einmal mit Fischer Wilhelm Grube auf die Elbe fährt, um den Stint aus den Reusen zu holen. Nur bei ordentlichem Fang wird man Freier Elbfischer. Kuhn schaffte die geforderte Quote.

Die Gemeinschaftsinitiative Elbfischer hatte den Mecklenburger mit Bedacht ausgewählt. Er kommt aus dem so genannten Fischland an der Ostseeküs“te und engagiert sich seit 1990 politisch für die Belange der Fischerei. In Brüssel ist er eines von zwei deutschen Mitgliedern in der EU-Kommission für Fischerei. „Werner Kuhn ist für uns ein wichtiger Ansprechpartner, nahezu alle Entscheidungen für die Fischerei fallen mittlerweile in Brüssel. Zudem ist er absolut qualifziert, engagiert und präsent“, begründete Steffen Göckemeyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Auszeichnungs Kuhns.

Der 57-Jährige präsentierte sich in Hoopte auch als richtiger Mann für die Elbfischer. „Ich bin beeindruckt und freue mich über diese Ehre“, bekannte Kuhn, der bereits beim Stintfang auf der Elbe Grube mit Fachwissen und gezielten Nachfragen überzeugte. Auch deshalb dauerte der Ausflug einige Zeit länger als vorgesehen, ehe im Restaurant Grubes Fischerhütte der zweite Teil der Veranstaltung folgte.

Kuhn traf dabei den richtigen Ton, nicht nur weil er bei seiner Rede immer wieder ins Plattdeutsche kam. Seine Kernaussagen: Man dürfe die Fischerei nicht kriminalisieren. Gerade die Elbfischer pflegten einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die Fischerei brauche nicht noch mehr administrative und umweltpolitische Auflagen, sondern angewandte Ökologie.