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LSK-Platz unter dem Hammer

saf/ahe Lüneburg. Der Fußball rollt in Wilschenbruch seit einem Jahrhundert. Ein Bebauungsplan für das Teilgebiet Auekamp existiert seit fast einem Jahrzehnt. Doch nun wird die unendliche Geschichte rund um den Platz des Lüneburger SK um ein weiteres Kapitel bereichert. Das Areal soll endgültig verkauft und Bauland werden, doch beim LSK glaubt man einen neuen Verbündeten im Kampf gegen den Verlust seiner Heimat gefunden zu haben: die „Verordnung der Hansestadt Lüneburg über die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes der Ilmenau im Stadtgebiet Lüneburg“, die einen Teil der Sportanlage in Lüneburg an der Ilmenau mit umfassen soll. Sie war jüngst Thema im Umweltausschuss des Rates.

Der Reihe nach: Eine kleine Anzeige im Immobilienteil der LZ sorgte für große Aufregung beim LSK. Zirka 49 000 Quadratmeter „Baugrundstück in exklusiver Wohnlage für Villenbebauung“ wurden am vorigen Sonnabend von der „Angermann Investment Advisory“ in Hamburg angeboten, sollen meistbietend verkauft werden. „Wir wollten uns über Änderungen gegenseitig informieren“, wundert sich Gerald Kayser, Vorstand des Oberligisten LSK Hansa, „doch weder die Stadt noch der Insolvenzverwalter haben uns unterrichtet.“

Der 2008 gegründete LSK Hansa hat den Spielbetrieb vom LSK übernommen. Der Ursprungsverein ist seit 2001 zahlungsunfähig, Insolvenzverwalter Dirk Decker plant seitdem eine Veräußerung des Platzes, um die Gläubiger auszahlen zu können. Das Geläuf soll Bauland werden, von 25 Wohneinheiten ist die Rede. Zu den Gläubigern zählt die Sparkasse Lüneburg. Für die sagt Markus Freudenreich: „Der Insolvenzverwalter hat jetzt in der Tat einen Vermarktungsauftrag erteilt.“ Der LSK-Hansa-Vorsitzende Dietrich Conrad ist über diese Verkaufsabsicht jetzt empört: „Es stellt sich in diesem Zusammenhang wieder einmal die Frage, wie die Stadt Lüneburg mit rechtlichen Vorgaben umgeht.“ Denn die Stadt habe dafür grünes Licht gegeben, gebaut werden dürfte auf dem Gelände nach Ansicht der Sportler aber gar nicht.

Bei dem Areal handelt es sich hauptsächlich um das LSK-Gelände inklusive Zufahrt und Trainingsplätzen, das zu etwa drei Vierteln dem LSK, zu einem Viertel der Stadt gehört. Eben dieses Viertel, im Wesentlichen der C-Platz, wird in einer Bekanntmachung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz als „sichergestelltes Überschwemmungsgebiet“ dargestellt – Bebauung deshalb nicht möglich, argumentiert der Verein.

Die Stadt allerdings wertet anders: „Eine Bebauung wäre auf dem Gelände auch in Zukunft grundsätzlich kein Problem“, sagt Pressesprecher Daniel Steinmeier. „Es müssten nur Auflagen erfüllt werden. Das könnte zum Beispiel ein Wall als Abgrenzung sein, eine Erhöhung der zu erreichenden Gebäude oder das Verbot, mit Keller zu bauen. Das sind aber alles Details, die erst bei einem Abschluss der städtebaulichen Erschließung geklärt würden.“ Zwar verbietet das Gesetz, in Überschwemmungsgebieten neue Baugebiete auszuweisen. Doch Oberbürgermeister Ulrich Mädge stellt klar: „Hier gibt es seit Jahren einen Bebauungsplan, der hat Bestandsschutz.“ Im Übrigen hätten weder die Stadt noch er persönlich etwas im Verborgenen entschieden. Die Sparkasse und der Insolvenzverwalter seien über die aktuelle Entwicklung informiert worden. „Mit den Vereinsverantwortlichen gab es die Absprache, dass sie zu mir kommen und Pläne vorlegen, wo sie denn künftig hin wollen. Das haben sie nicht getan.“

Im Verein gibt es eine andere Sicht: Schon jetzt dürfe das Gebiet unter Hinweis auf eine „vorläufige Sicherung“ laut Verfügung der Hochwasser-Landesschutzbehörde nicht bebaut werden. „Wie kann man guten Gewissens so eine Fläche als Bauland anbieten? Wer will da noch wohnen?“, fragt sich Kayser, der oft bei stärkeren Regenfällen miterlebt hat, „wie auf unseren Plätzen das Grundwasser nach oben gedrückt wurde“.