Donnerstag , 29. September 2016
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Forschungsreaktor wird abgebaut

lz Geesthacht. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) hat gestern beim schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel den Antrag zur Stilllegung des Forschungsreaktors und zum direkten Abbau der Forschungsreaktoranlage und des Heißen Labors des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums eingereicht. Zuvor hat der kritische Atom-Experte und Physiker Wolfgang Neumann die Stilllegungsstrategie des HZG auf Wunsch der Vorbereitungsgruppe überprüft und den Abbau gegenüber dem „sicheren Einschluss“ der gesamten Anlage als zu bevorzugende Option bezeichnet. Die Entscheidung, den Stilllegungsantrag für den Abbau jetzt zu stellen, ist Ergebnis eines konstruktiven Dialogs von HZG und Vorbereitungsgruppe.

„Sicherheit steht bei allen Abbau-Prozessen an oberster Stelle. Zusätzlich legen wir großen Wert darauf, als internationaler Wissenschaftsstandort, Arbeitgeber und natürlich als Nachbar, die Zukunft unseres Zentrums mit den Menschen der Region zu gestalten“, erläutert HZG-Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Kaysser.

Am 28. Juni 2010 wurde der Forschungsreaktor des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums endgültig abgeschaltet. Der Forschungsreaktor ist seit Juli 2012 frei von Brennelementen und befindet sich derzeit in der sogenannten Nachbetriebsphase.

Nach der jetzt erfolgten Einreichung des Stilllegungsantrages bei der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde in Kiel werden von Seiten der Behörde externe Gutachter hinzugezogen und ebenfalls die Öffentlichkeit beteiligt. Dieser Prozess wird voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern. Die vom HZG freiwillig initiierte Veranstaltungsreihe „HZG im Dialog“ wird auch nach dem Einreichen des Antrags und trotz der formellen Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Behörden konsequent fortgeführt.