Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Parkplätze Mangelware
3132535.jpg

Parkplätze Mangelware

kg/jae Lüneburg. Ohne zu zögern parkt eine Frau ihren roten Kleinwagen im absoluten Halteverbot und steigt aus dem Auto. Aufgrund der Parkplatzsituation sieht sie keine andere Alternative. „Wo geht’s denn hier zum Jobcenter?“, fragt sie Michael König mit suchendem Blick. Diese Frage hat der Student in den vergangenen Tagen immer wieder beantwortet. Routiniert zeigt er der Frau den Weg. Am Montag ist das Jobcenter Lüneburg mit ins Gebäude der Universität in Volgershall eingezogen. Seitdem treffen auf dem Campus Volgershall zwei Welten aufeinander: Kunden des Jobcenters bahnen sich ihren Weg durch die Studenten der Leuphana, die dort für ihre Prüfungen lernen. Insbesondere die Parkplatzsituation ist dabei zum Problem geworden.

Stellmöglichkeiten sind rar geworden. Von den insgesamt 173 Parkplätzen am Gelände hat das Jobcenter 145 für seine Mitarbeiter und Kunden angemietet. Die restlichen 28 Plätze sind für die 70 Bediensteten der Uni vorgesehen, die Studenten gehen leer aus. „Wir müssen teilweise bis zu einer Viertelstunde suchen oder warten, um einen Parkplatz zu bekommen“, sagt Michael König. Die Folge: Autos werden kreuz und quer am Straßenrand geparkt, Absperrungen herausgerissen, auch grobe Beschimpfungen habe es schon gegeben. Als ,,operatives Mitglied der Fachschaft Volgershall“ setzt sich König für seine Kommilitonen ein. Gemeinsam haben sie beim Internet-Netzwerk „Facebook eine Gruppe gegründet, die inzwischen schon rund 200 Mitgliedern hat. Dort wird das Problem inzwischen ausgiebig diskutiert.

Für Michael Niemeyer, Geschäftsführer des Jobcenters Lüneburg, ist die Sachlage eindeutig: „Wir haben einen Vertrag unterschrieben. Die Leuphana hat sich circa 30 Stellplätze vorbehalten, der Rest ist Gegenstand der Mietsache.“ Da die Parkplätze durch Steuergeld finanziert werden, sei er nicht gewillt, langfristig Falschparker auf den Parkplätzen des Jobcenters zu dulden.

König zeigt für die Mitarbeiter und Kunden des Jobcenters durchaus Verständnis. Der Fehler läge in dem Vertrag selbst und einer fehlenden Weitsicht, meint er. Statt über die Köpfe der Studenten hinweg zu entscheiden, hätte sich der angehende Automatisierungstechniker mehr Mitspracherecht gewünscht. Beispielsweise hätte die Hochschule zuvor die Studenten hinsichtlich der Nutzung der Parkplätze befragen können, um den Bedarf zu ermitteln. Passiert ist das nicht. „Wir wurden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgert er sich. Die Universität selbst sieht sich aktuell nicht in der Lage, sich zu dem Problem zu äußern, der Pressesprecher befnde sich im Urlaub, heißt es von dort lediglich. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern bemüht sich König nun um eine Lösung, denn die momentane Situation bilde noch nicht das volle Ausmaß des Problems ab, ist er sicher. „Wir sind gerade in der Ferienzeit, es sind höchstens 30 bis 40 Studenten hier, die sich auf die Prüfungen vorbereiten“, verdeutlicht er. Das sei nur ein Bruchteil angesichts der rund 900 Studenten, die ab dem 2. April wieder jede Woche zum Campus pendeln. Da Volgershall — anders als der Hauptcampus an der Scharnhorststraße — nicht mit zusätzlichen Uni-Bussen bedient wird, seien viele von ihnen auf das Auto angewiesen. König schlägt deshalb vor, auf eine Fläche auf der anderen Straßenseite auszuweichen. Denn die werde bislang allein im Winter für den Weihnachtsbaum-Verkauf genutzt und könnte doch zum Parkplatz umgenutzt werden. Auf www.lzplay.de im Internet zeigt Michael König, wie es derzeit auf dem Gelände Volgershall zugeht.