Mittwoch , 28. September 2016
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Der Deichbruch von Darchau

kre Darchau. ,,Ich habe meine alten Unterlagen durchgeschaut“, erzählt Hubertus Nagel — und Zufall oder nicht: Der 77-jährige Hohnstorfer stieß dabei auf eine Chronik, die sich mit einer der schlimms“ten Hochwasser-Katastrophen an der Elbe beschäftigt: Fast auf den Tag genau vor 125 Jahren — am 24. März 1988 — kamen acht Menschen bei Darchau in den Fluten der Elbe ums Leben.

Hubertus Nagel kennt die Tücken des Flusses wie kaum ein zweiter. Schließlich war der heute 77-Jährige 36 lange Jahre Deichvogt des Artlenburger Deichverbandes. ,,Mein Zuständigkeitsbereich reichte von Bleckede bis zum Ilmenau-Sperrwerk bei Hoopte“, berichtet der Hohnstorfer. Hochwasser hat auch er damals viele erlebt — zum Glück jedoch keins mit so schrecklichen Auswirkungen wie vor 125 Jahren.

Kalt war es im März 1888: ,,Das Eis hatte sich bis auf den Grund festgesetzt“, hatte Lehrer Cordes als Chronist vor 125 Jahren notiert. Das Wasser drückte an etlichen Stellen gegen den Deich und brach schließlich durch. Doch die eigentliche Katastrophe ereignete sich, als das ,,Rautenkranz’sche“ Haus in Darchau aufgrund des Hochwassers einstürzte und mehrere Menschen unter sich begrub, die dort Zuflucht gesucht hatten. ,,Umgekommen sind bei dem Deichbruch acht Personen“, hielt Lehrer Cordes für die Nachwelt fest — die letzte Leiche sei erst am 23. April gefunden worden. Diesem traurigen Ereignis wird morgen sicherlich nicht nur Hubertus Nagel gedenken…