Aktuell
Home | Lokales | In Lüneburg gehen die Lichter aus
3137687.jpg

In Lüneburg gehen die Lichter aus

ben Lüneburg. Schnell zündet Undine noch eine Kerze an, dann ist auch der letzte Buchstabe perfekt: „Energiewende jetzt“, lautet die Forderung der Schüler, die sie mit Windlichtern auf den Marktplatz geschrieben haben. Es ist Samstagabend, kurz vor halb neun. Rund 60 Menschen stehen mit Laternen auf dem Markt oder sitzen an einem der Tische und essen heiße Suppe. Gleich soll zur „Earth Hour“ für eine Stunde das Licht ausgehen.

Weltweit hat die Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) zu der Aktion aufgerufen. Zahlreiche deutsche Städte beteiligen sich an der Earth Hour, schalten in öffentlichen Gebäuden das Licht aus. Auch in Lüneburg bleiben Rathaus und Heinrich-Heine-Haus dunkel. Organisatorisch verantwortlich für das Treffen auf dem Marktplatz sind die Initiative DialogN und die Umweltgruppe der Wilhelm-Raabe-Schule (WRS), zu der auch Undine gehört. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es wichtig ist, Energie zu sparen“, sagt die 18-Jährige und blickt auf die Menschen um sich. „Im letzten Jahr standen wir nur zu dritt hier.“ Wir, damit meint Undine sich und die anderen beiden Organisatoren aus der WRS-Umweltgruppe, Lisa und Lukas.

Weil die Drei in diesem Jahr mehr Aufmerksamkeit erregen wollten, haben sie sich an DialogN gewendet. Ziel der Initiative ist es, bürgerschaftliches Engagement zu stärken, um möglichst viele Menschen an nachhaltiger Stadtentwicklung zu beteiligen, sagt DialogN-Mitarbeiterin Annegret Kühne: „Dass die Schüler uns angesprochen haben, ist genau das, was wir uns wünschen.“ Bei wenigen Treffen haben Schüler und DialogN die Aktion organisiert, Faltblätter verteilt, für Suppe gesorgt und über die Lüneburg Marketing GmbH auch an die umliegenden Geschäfte appelliert, sich an der Earth Hour zu beteiligen – nahezu vergeblich.

Überall sind die Schaufenster hell erleuchtet, P C schaltet punkt 20.30 Uhr zumindest die Lichter am Haupteingang zum Markt aus, Karstadt bleibt als einziges Geschäft den ganzen Abend dunkel, aber niemand ist sich sicher, ob das nicht grundsätzlich so sei. Trotzdem sagt die 18-jährige Marta am Ende: „Ich finde, es ist eine ganz tolle Aktion, um ein Zeichen zu setzen: Es ist wichtig, Ressourcen zu schützen.“