Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Bauarbeiter müssen sich sputen
3141691.jpg

Bauarbeiter müssen sich sputen

kg Lüneburg. Die Arbeiter auf der Baustelle des neuen Zentralgebäudes der Leuphana Universität Lüneburg müssen in den nächsten Wochen schneller bauen. Denn aufgrund der frostigen Temperaturen steht die Libeskind-Baustelle seit fast drei Monaten still. Eine Winterpause war von vornherein eingeplant, jedoch nicht für eine so lange Zeit. Die anhaltende Kälte bringt den Zeitplan ins Wanken. Das wiederum könnte die Finanzierung des Prachtbaus gefährden, befürchten Kritiker.

„Das ungewöhnlich lang anhaltende Winterwetter beeinträchtigt den Fortgang der Bauarbeiten auf unserer Baustelle“, bestätigt Henning Zühlsdorff, Pressesprecher der Lüneburger Hochschule. Zuletzt wurde dort an den Kellerdecken gearbeitet, doch bei Temperaturen unter minus 5 Grad Celsius könne kein Beton mehr gegossen werden. Aufgrund des anhaltenden Winters stehen die vier großen Kräne nun schon zwei Wochen länger still als geplant.

„Das Vorhaben hat einen straffen Zeitplan“, sagt Werner Nording vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. „Wenn das Zentralgebäude nicht planmäßig fertiggestellt werden kann, wird es zeitlich eng, das Projekt erfolgreich abzuschließen.“

Aufgrund der Bauverzögerungen gab es Mutmaßungen, die EU könne ihre Zuschüsse von rund 14 Millionen Euro für das neue Zentralgebäude zurückfordern. Sie machen rund ein Viertel der Gesamtkosten von 57,7 Millionen Euro aus. Die Europäische Union kann tatsächlich Geld zurückverlangen, sobald geplante Fristen bei einem geförderten Projekt überschritten werden. Für die Leuphana gelten in dieser Hinsicht zwei Fristen: Bis Ende 2014 müssen die Bauarbeiten, bis Ende 2015 muss die Abrechnung für das Zentralgebäude abgeschlossen sein

Kein Grund für die Verantwortlichen der Universität, bereits nervös zu werden. Die aktuelle Verzögerung habe mit Blick auf die Gesamtlaufzeit des ehrgeizigen Projektes keine dramatische Größenordnung, ordnete Zühlsdorff ein. Zumal die Uni noch im November verkündet hatte, sie liege mit dem Bau sogar vor der Zeit. Nun sagt Zühlsdorff: „Wir gehen davon aus, dass die längere Winterpause durch einen verstärkten Einsatz der beteiligten Bauunternehmen in den kommenden Wochen kompensiert werden kann.“ Er sehe daher keine Gefahr, dass die Fristen überschritten werden und Fördermittel zurückgezahlt werden müssten. Sobald es wärmer wird, soll der Bau weitergehen, und zwar auf Hochtouren.