Mittwoch , 28. September 2016
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Teure Zwangspause für die „Tanja“

emi Darchau/Neu Darchau. Große Umwege oder lange Wartezeiten: Pendler, die auf die Fähre „Tanja“ zwischen Darchau und Neu Darchau angewiesen sind, müssen sich vom 2. April an auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Denn ab Dienstag nach Ostern muss die „Tanja“ für drei bis vier Wochen zum „Schiffs-TÜV“ in die Werft nach Lauenburg. Zwar sei Petra Wilhelm, die Betreiberin der rund 15 Kilometer entfernt bei Bleckede fahrenden Fähre „Amt Neuhaus“, auf den Ansturm vorbereitet, sagt Erwin Kruse. Der Betriebsleiter der „Tanja“ befürchtet aber lange Schlangen am Anlieger, da die Bleckeder Fähre „nicht so groß“ sei. Gerade für Arbeitnehmer sei das „ärgerlich“, denn sie müssten lange Umwege über Lauenburg oder Dömitz in Kauf nehmen, wenn sie die Wartezeiten vermeiden wollten.

Für die Schüler sei laut Kruse dagegen gesorgt: „Es gibt neue Fahrpläne und -strecken für die Busse, die von Neuhaus nach Neu Bleckede fahren. Dort werden die Kinder dann mit der ,Amt Neuhaus‘ rübergebracht.“

Bis Ostermontag um 21 Uhr fahre die Fähre „Tanja“ noch regulär. „Am Dienstag um 5 Uhr früh legen wir dann in Richtung Lauenburg ab“, informiert Kruse. Man habe sich zwar um eine Barkasse für den Personenverkehr als Ersatz für die „Tanja“ bemüht. „Doch die Kosten waren einfach zu hoch, das können wir nicht bezahlen.“

Die Betreiber müssen für die Zeit, in der die „Tanja“ in der Werft liegt, ohnehin tief in die Tasche greifen. „Wir rechnen mit 300 000 Euro Reparaturkosten, allein für zwei neue Motoren fallen 100 000 Euro an“, sagt der Leiter des Fährbetriebs Neu Darchau. Hinzu kämen noch einmal rund 40 000 Euro Verlust für den Fährausfall. „Wir haben zwar gespart, aber das ist natürlich ein heftiger Brocken.“

Kruse hofft, dass wenigstens danach „wieder alles gut läuft“. Denn einsetzendes Tauwetter könnte ihm und der „Tanja“ noch einen Strich durch die Rechnung machen: „Wenn der Wasserstand steigt, kommen wir nicht unter der Brücke bei Lauenburg durch und können nicht zurückfahren.“ Doch daran mag der Betreiber jetzt noch nicht denken. „Im Moment ist ja noch alles gut.“