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Endgültiges Aus für Spielkreis

cw Barendorf. Mit einer Lichterkette für den Spielkreis begrüßten die besorgten Eltern die Ratsmitglieder und Besucher der jüngsten Ratssitzung in Barendorf. Doch das Engagement nutzte nichts: In geheimer Abstimmung lehnte der Rat den Antrag der SPD zur Aufhebung des Schließungsbeschlusses ab – mit einem Stimmen-Patt bei einer Enthaltung eine äußerst knappe Entscheidung. Damit ist klar: Der Spielkreis wird zum 31. Juli geschlossen.

Zuvor hatten die Ratsmitglieder erneut bekannte Zahlen und Hintergründe dargelegt. Bürgermeister Kay Benson (Bürgerforum) gab den Vorsitz der Sitzung offiziell an seinen Stellvertreter Jens Könke (CDU) ab, um sich an der Diskussion beteiligen zu können. Könke gab bekannt, dass nach jüngsten Gesprächen jetzt auch die beiden letzten Kinder des Spielkreises in Kindergärten der Samtgemeinde untergebracht seien und sogar noch freie Plätze in Thomasburg zur Verfügung stünden. Eingerechnet sind dabei jedoch auch Nachmittagsangebote in Barendorf, die die betroffenen Eltern ablehnen.

Joern Krumstroh von der CDU betonte, dass es ihm besonders um Verlässlichkeit und Planung gehe: „Es steht kein Kind auf der Straße, die Mitarbeiter haben eine Zukunft in der Krippe und die Gemeinde hat finanzielle Planungssicherheit.“ Siegfried Kubiak (SPD) wies noch einmal darauf hin, dass beide Einrichtungen ihre Berechtigung haben. „Die Gemeinde wächst und wird weiter wachsen“, sagte er. „Wir haben genug Kinder, und wir haben genug Geld.“

Die Frage des Geldes bewertet Bürgermeister Kay Benson jedoch ganz anders: „Wir haben die finanzielle Verantwortung, wirtschaftlich zu handeln“, erklärte er. „Unser Haushalt ist defizitär, und wir haben bereits zusätzliche Ausgaben beschlossen.“ So könne man keine Schulden abbauen. Heidrun Meißner (Grüne) forderte zum einen mehr Transparenz über den Grund der Schließung und zum anderen, den Spielkreis für drei Jahre weiterzubetreiben.

Für die SPD und auch als betroffene Mutter meldete sich Regina Wollschläger zu Wort. „Es ist unsozial, eine Schließung überhaupt ins Gespräch zu bringen und so die Beteiligten unter Zugzwang zu setzen“, erklärte sie. „Hier wird bewusst auf Zahlen herumgeritten, ohne den wahren Grund für die Schließung zu nennen.“ Der Elternwille werde dabei komplett missachtet. Sie kritisierte außerdem den Umgang der Ratsmitglieder miteinander, indem sie auf die Mail einging, die „ein Ratsmitglied einem anderen geschickt“ hatte. „Das war kein Versehen, das war bewusst“, betonte sie.

Die grüne Ratsfrau Heidrun Meißner hatte im Vorfeld der Ratssitzung bekannt gegeben, dass sie eine Mail erhalten hatte, die sie aufforderte, besser zu Hause zu bleiben. Nach einer kurzen erbitterten Diskussion im Rat erklärte Meißner ihre Zusammenarbeit mit der Mehrheitsgruppe Bürgerforum/CDU/Grüne für beendet.

Melitta Münzel (Bürgerforum) setzte schließlich einen Schlussstrich unter die Diskussion: „Die SPD hat bei der ersten Sitzung zu diesem Thema gesagt, dass sie sich einer Schließung anschließe, wenn alle Kinder untergebracht werden könnten“, zitierte sie. „Und das ist heute der Fall.“