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Historischer Streifzug durch Bevensen

emi Bad Bevensen. Drei Jahre sind von der Idee bis zur Fertigstellung vergangen und am Ende musste alles doch noch ganz schnell gehen: Drei bis vier Monate hat Tino Wagner vom Verein „Historisches Bevensen“ im Archiv gestöbert, Bilder gesammelt, Gespräche geführt und fotografiert. Herausgekommen ist ein 95 Seiten starker Bildband über seine Wahlheimat: „Bad Bevensen“ zeigt in 44 Bildpaaren die Geschichte und den Wandel von Gebäuden, Straßenzügen und Denkmälern der Stadt an der Ilmenau. Historische Fotos aus der Zeit ab der Jahrhundertwende werden aktuellen Ansichten gegenübergestellt. Immer im Mittelpunkt: Die Menschen und ihr Wirken in der damaligen Zeit.

Den Stein ins Rollen gebracht hat eine Fotoausstellung, die das erste Mal im Kurhaus von Bad Bevensen zu sehen war. „Wir hatten dort ein Gästebuch ausgelegt“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende Hans Dieter Lühr. „Darin haben sehr viele Leute gefragt, ob es die Bilder nicht auch in Buchform gebe.“ Das habe den Verein „Historisches Bevensen“ veranlasst, den Bildband zusammenzustellen und auf diese Weise ein Stück Geschichte zu erhalten, „damit auch kommende Generationen einen Vergleich ziehen können“.

Laut Wagner, der alle Texte zu den Bildpaaren verfasst hat, richtet sich das Buch sowohl an Einheimische als auch an Besucher der Stadt. „Es ist eine Einladung an alle, auf einen geschichtlichen Streifzug zu gehen.“ Abgebildet im Vergleich damals-heute sind nicht nur der Bevenser Bahnhof, das Postamt und die Fußgängerzone, sondern auch die Freiwillige Feuerwehr, der Männerturnverein und die Bevenser Gilde.

Auch kleine Anekdoten finden ihren Platz. Eine davon rankt sich um den Bevenser Schützenkönig von 1929, Otto Meyer: Dieser soll 1945, als die englischen Truppen sein Haus in Bevensen besetzen wollten, ein paar Kerzen angezündet und sich vor einen aufgebahrten Sarg, in dem er seine Wertsachen verstaut hatte, gesetzt haben. Als die Briten sein Haus betraten, habe er mit Leidensmiene vorgegeben, um seine verstorbene Frau zu trauern – so blieb sein Haus verschont.

Vom Fotografieren für den Bildband kann Tino Wagner ebenfalls die ein oder andere Anekdote erzählen: Er habe das passende Gegenstück zum Foto von Kruckenbergs Schienenzeppelin auf der Gleisstrecke vor Bevensen (1931) herstellen wollen, aus demselben Winkel wie damals. Doch der stündlich verkehrende ICE sei immer so schnell vorbeigebraust, „dass ich stets nur Teile des Zuges auf dem Foto hatte und die Stelle sieben oder acht Mal anfahren musste bis das Motiv im Kasten war“, berichtet der bald 37-Jährige schmunzelnd.

Misserfolge dieser Art können ihn und seinen Verein offenbar nicht davon abhalten, „die Geschichte von Bevensen zu pflegen und zu erhalten“ (Lühr). Wagners erklärtes Ziel lautet: „Die Geschichte erlebbar machen“ – sein Bildband sei aber nur eines von vielen Ergebnissen der Vereinsarbeit.