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Tanz der Flammen lässt Augen leuchten

sel Erbstorf. Dem Osterfeuer auf dem Erbstorfer Übungsplatz mussten die Feuerwehrkameraden aus Adendorf und Erbstorf ordentlich einheizen, denn die aufgetürmten Bäume und Zweige wollten nicht so recht brennen. Traditionell hatten die Kinder und Jugendlichen der Nachwuchsabteilungen mit Fackeln den respektablen Holzhaufen angezündet, nachdem sie ihn in Begleitung des Spielmannszuges Bardowick einmal umrundet hatten. Unter ihnen auch die zehnjährige Lydia von der Kinderfeuerwehr, die bereits zum zweiten Mal „zündeln“ durfte. Aber die einzelnen Brennherde glühten eher müde vor sich hin anstatt ein veritables Flammenmeer zu entfachen.

„Das Holz ist nicht trocken genug“, erklärte Mirko Dannenfeld, Chef der Gemeindefeuerwehr. „Die Anlieferung erfolgt erst eine Woche zuvor, sodass der Großteil frisch geschlagen ist. Es hat zwar in den letzten Tagen nicht geregnet, aber richtig trocken war die Luft auch nicht“, meinte er. Also rückten die Aktiven mit Luft-Gebläse an und versorgten die einzelnen Glutherde mit Sauerstoff. Und per Gasbrenner wurde zusätzlich nachgeholfen. „Das wird schon“, zeigte sich Dannenfeld gegen 20.15 Uhr, also gut eine Stunde nach dem Anzünden, optimistisch. „Jetzt ist ordentlich Zug drin.“

Allerdings hatten sich da die Reihen der rund 600 Besucher schon merklich gelichtet. Viele glaubten wohl nicht mehr daran, dass der Berg aus Ästen, Stämmen und Zweigen ins Lodern kommen würde. Nicht so Gernot Gwenner, der mit Sohn Linus (9) und Tochter Lilith (4) zum Erbstorfer Osterfeuer gekommen war. Und ihre Geduld wurde schließlich belohnt. Mit glänzenden Augen verfolgten Linus und seine Schwester den Tanz der Flammen. „Das ist schön“, befanden sie beide begeistert. Angst vor dem Feuer kannten die beiden nicht, vor allem die kleine Lilith nicht, die auf Papas Schultern einen Logenplatz mit exklusivem Ausblick hatte.

Bleibt zu hoffen, dass das – zunächst verhaltene – Osterfeuer in Erbstorf kein böses Omen ist. Denn nach heidnischem Brauch sollte es ja ursprünglich den Winter vertreiben und die Frühlingssonne begrüßen.

Nicht überall ging es so harmonisch zu, wie in Erbstorf. So musste die Polizei ausrücken. In Mechtersen war gegen 4.15 Uhr ein junger Mann mit einer Frau in Streit geraten. Er riss ihr in den Haaren, und rammte ihr das Knie mehrmals in den Unterleib. Auch in Bardowick fiel ein Mann unangenehm auf. Als Ordner ihn gegen ein Uhr nach Hause schicken wollten, kam es zum Streit. Der renitente Gast biss daraufhin einem Ordner ins Bein. Auch auf die schließlich eintreffenden Polizisten wollte der Mann losgehen. Die bändigten ihn und ließen ihn pusten: 2,35 Promille.