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Parkplatzsuche zum Semesterstart

kg Lüneburg. Erst verschwindet die Mensa, dann die Bibliothek und jetzt Parkplätze. Den Streit um die Stellflächen am Uni-Standort Volgershall empfinden die dort lernenden Studenten als „Tropfen auf den heißen Stein“ im Rückzugs-Prozess der Universität vom Areal. Die zieht sich derzeit Schritt für Schritt vom Campus im Westen Lüneburgs zurück.

Seit zwei Wochen teilt sich die Leuphana die Gebäude mit dem Jobcenter, dem ein Großteil der Stellplätze am Standort vermietet wurden. Nur 28 Parkplätze blieben für rund 1000 ansässige Studenten und Angestellte der Universität, klagt die Fachschaft Volgershall. Die rief deshalb zu Semesterbeginn am Dienstag dazu auf, sämtliche Parkplätze ab 6.30 Uhr in Beschlag zu nehmen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Doch nur wer ohnehin zur Vorlesung musste, quälte sich so früh aus dem Bett. Erst gegen Mittag platzte der Parkplatz wie erwartet aus allen Nähten – auch ohne organisierte Demo.

„Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze entspricht vollauf den geltenden rechtlichen Vorgaben. Danach muss die Universität auf sechs flächenbezogene Studienplätze einen Parkplatz nachweisen“, sagt Henning Zühlsdorff, Pressesprecher der Leuphana. Eine konkrete Stellplatzahl kann er nicht nennen, da die zuständigen Fachleute der Uni gestern nicht zu erreichen waren. Die Annahme, es handle sich bei der Vergabe der Parkplätze am Standort Volgershall um eine Fehlplanung seitens der Universität, sei jedoch falsch, stellt er klar.

Den Studenten geht es um mehr als die Parkplätze. Viel zu oft fühlen sie sich vom restlichen Geschehen und den Vorteilen, die die Studenten am Hauptcampus Scharnhorststraße haben, abgeschnitten. 2011 schloss am Standort Volgershall die Mensa des Studentenwerks OstNiedersachsen, 2012 auch die Teilbibliothek Volgershall. Und nun das. „Wir mussten hier ja schon viel hinnehmen, aber die Sache mit dem Parkplatz bringt das Fass zum Überlaufen“, sagt Jannis Baum. Für das Studium pendelt der 21-Jährige täglich 30 Minuten mit dem Auto von Geesthacht nach Lüneburg. Die öffentlichen Verkehrsmittel seien für ihn keine Alternative, er müsste zunächst den Bus nach Hamburg oder Lauenburg nehmen und anschließend mit Bahn und Bus nach Volgershall weiterfahren. Fahrtzeit: circa zwei Stunden, ein Teil der Strecke werde zudem auch nicht vom Semesterticket abgedeckt.

„Wir befürchten, dass mit dem Standort auch unser Studiengang immer unattraktiver wird und die Studentenzahlen zurückgehen“, konkretisiert Michael König die Angst der Studenten. Stellvertretend für seine Kommilitonen hat sich das Fachschafts-Mitglied mit der Park-Problematik an das Team der Campusentwicklung gewandt. Man möge sich drei Wochen gedulden, dann würde sich etwas tun, lautete die Rückmeldung von Leiterin Susanne Ohse. Zühlsdorff kündigte nun ein Gespräch zwischen den Verantwortlichen der Universität und den Studenten an, bei dem die Situation diskutiert und über alternative Parkmöglichkeiten informiert werden soll.