Aktuell
Home | Lokales | Kraniche stecken im Stau
3154590.jpg

Kraniche stecken im Stau

emi Lüneburg. Der lange, kalte Winter zwingt auch die Kraniche zu einer Zugpause: In großen Gruppen sind die majestätischen, grauen Vögel derzeit auf den Feldern in der Region zu sehen, auch rund um Lüneburg lassen sich die Tiere beobachten.

„Die Kraniche warten wie die Menschen auf den Frühling“, erklärt NABU-Vogelkundler Frank Allmer. Viele Zugvögel seien schon aus Spanien, Frankreich und Nordafrika gestartet, denn Mitte März sei ihre normale Zugzeit. „Aber hier war es jetzt plötzlich zu kalt, der Zug kam zum Stehen. Man nennt das deshalb auch Zugstau.“ Manche Tiere seien zwar bereits weiter nach Osten geflogen, dann aber wegen der winterlichen Bedingungen wieder umgekehrt. „Sobald das Wetter besser wird, fliegen sie weiter in ihre Brutgebiete in Russland, Polen und Skandinavien.“

Die Kälte an sich mache den majestätischen Vögeln nichts aus, denn sie hätten eine hohe Körpertemperatur, sagt Allmer. Das Problem sei vielmehr die Nahrungssuche. Durch den Wintereinbruch seien im Norden und Nordosten die Böden gefroren. Hierzulande sieht es etwas besser aus: „Bei uns tauen die Felder langsam auf, die Vögel finden hier zum Beispiel Pflanzenreste oder ein paar Kartoffeln.“

Die Kraniche seien „über den gesamten Landkreis verteilt, mehr als 30 Paare brüten aber auch in der Region“, berichtet der Vogelkundler. „Vereinzelt kann man sie an feuchten Stellen im Neetze-Tal oder auch im Amt Neuhaus beobachten.“ Bei Preten gebe es außerdem größere Junggesellentrupps. „Aber die ziehen dann los.“ Das Warten auf den Frühling geht weiter – nicht nur bei den Kranichen.