Dienstag , 27. September 2016
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Unterwegs mit Bett und Klo

as Lüneburg. Eine Woche haben sie gerade in Holzminden verbracht, sich dort mit Freunden getroffen. „Es ist die erste Tour in diesem Jahr“, erzählen Sabine und Bernd Klitzke. Dick eingemummelt sitzen sie in der Sonne vor ihrem Wohnmobil auf dem Stellplatz an den Sülzwiesen. Auf der Rückfahrt nach Schleswig hat das Ehepaar einen Zwischenstopp in Lüneburg eingelegt. „Wir sind schon vier Mal hier gewesen, weil die historische Altstadt ein Traum ist“, verraten die beiden, die seit fünf Jahren jede freie Minute mit ihrem Wohnmobil unterwegs sind.

Sie sind keine Exoten: Mit 1,35 Millionen Wohnmobilen in Europa, von denen 440 000 allein in Deutschland zugelassen sind, sind Reisen mit dem rollenden Heim bundesweit ein wichtiger touristischer Faktor, verdeutlicht der Deutsche Tourismusverband. Die Lüneburg Marketing GmbH veranstaltet vor dem Hintergrund in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Wohnmobiltage vom 12. bis 14. April auf den Sülzwiesen mit einem bunten Rahmenprogramm. „Damit wollen wir Wohnmobiltouristen eine reizvolle Möglichkeit bieten, die Stadt kennenzulernen“, sagt Ines Utecht von der Pressestelle des Marketings. „Die Zielgruppe – meist ältere, finanziell unabhängige Zwei-Personen-Haushalte – ist für Lüneburg attraktiv, denn ihre Bedürfnisse können hier bestens abgedeckt werden. Wohnmobilisten kaufen gerne ein, lieben Individualurlaub und sind besonders am Städteurlaub interessiert.“ Für das kompakte Pauschalangebot zu den Wohnmobiltagen gibt es bereits 115 Anmeldungen – mehr geht nicht.

Der Stellplatz an den Sülzwiesen bietet 53 Plätze. „Besonders in den Sommermonaten und in der Vorweihnachtszeit ist er ausgebucht. Im vorigen Jahr gab’s 10 800 Übernach-tungen“, sagt Henning Müller-Rost von der Technischen Geschäftsleitung des Betreibers Lüneparken. Sabine und Bernd Klitzke schätzen besonders, dass der Platz so zentral liegt. Mit den Fahrrädern sind sie in kürzester Zeit in der Innenstadt. „Wir bummeln durch die Straßen, schauen uns die wunderschönen Häuser an, verweilen auf den Außenplätzen der Cafés und schauen den Menschen nach, gehen hier außerdem gerne essen.“ Da habe Lüneburg viel zu bieten. Was ihnen auch gefällt: Lüneburg sei Radfahrer-freundlich.

Zum Wohnmobil gekommen sind sie vor fünf Jahren. Damals gingen die erwachsenen Kinder aus dem Haus. „Wir haben eine Wohnung gemietet und ein Wohnmobil gekauft. Seitdem sind wir immer unterwegs“, erzählt das Paar, das sich bestens mit Stellplätzen auskennt. Holzminden gefällt ihnen besonders, weil der Mobil-Campingplatz „sehr nett geführt und gut ausgestattet“ sei. In Lüneburg vermissen sie einen „anständigen Duschraum“ und die Ver- und Entsorgung direkt am Stellplatz. „Ansonsten ist aber alles top“, sagt Sabine Klitzke.

Björn Petersen findet: „Der Platz liegt total genial in direkter Stadtnähe. Wir mögen Campingplätze mit abgetrennten Parzellen nicht gerne. Ich mag Freiheit, dieser Platz kommt dem relativ nah.“ Der Mann aus Molfsee in der Nähe von Kiel steht vor einem Schlachtschiff von Wohnmobil, silberfarben gespritzt. Es handle sich um einen militärischen Geländewagen, den er zu einem Wohnmobil umgebaut habe, erläutert er: „Ein Trägerfahrzeug für Patriotabwehrraketen.“ Das wird nun von Familie Petersen für friedliche Zwecke genutzt. Nach Lüneburg ging es zur „Jungfernfahrt.“ Sie seien im vergangenen Jahr schon mal in der Stadt gewesen und kamen gerne wieder. „Lüneburg hat viele schöne Ecken. Neben dem Wasserturm und dem Rathaus gibt es viel zu sehen. Es lässt sich in und um Lüneburg gut radfahren; und meine Frau ist Rote-Rosen-Fan“, sagt Petersen, der geschäftlich weltweit viel unterwegs ist und nun „einfach mal ausspannen möchte“ mit seiner Frau und den drei Söhnen.