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Mieter haben Angst

ca Lüneburg. Feuerwehreinsatzleiter Volker Gätjens hatte die Stiefel gerade ausgezogen, als er wieder los musste: Dreimal loderten in der Nacht zu gestern in einem Mehrfamilienhaus an der Willy-Brandt-Straße Flammen. Der Brandmeister vom Dienst und seine 30 Kollegen hatten die Lage schnell im Griff, es wurde niemand verletzt. Aber die Mieter in dem Haus haben Angst, nicht nur wegen der aktuellen Feuer, sondern auch, weil es in der Woche vor Ostern schon zweimal an dem Gebäude gebrannt hat. Die Polizei hält einen Zusammenhang für sehr wahrscheinlich und geht von Brandstiftung aus.

Gätjens berichtet, dass die Helfer gegen 0.30 Uhr gerufen wurden, als Flammen aus einem Müllcontainer schlugen. Die Helfer löschten. Gätjens wollte sich zu Hause gerade wieder ins Bett legen, als der nächste Alarm kam: „Es brannte in zwei Kellerverschlägen“, sagt der Einsatzleiter. Da die Tür zum Untergeschoss offen stand, sei Rauch in das Gebäude gezogen. „Die Mieter standen frierend in Nachtzeug und Unterhose draußen auf der Straße“, sagt Gätjens. Die Feuerwehr und später der Rettungsdienst hätten Decken an die rund 30 Menschen verteilt und sie betreut. Eine hochschwangere Frau sei vorsorglich ins Klinikum gebracht worden. Nachdem die Feuerwehr gelöscht und die Räume gelüftet hatte, konnten die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Zum dritten Mal fuhr Gätjens gegen 4.20 Uhr an die Willy-Brandt-Straße, dieses Mal alleine. Nun brannte eine Fußmatte: „Die haben die Mieter aber selber gelöscht.“

Polizeisprecher Kai Richter sagt: „Wir ermitteln mit Hochdruck.“ Auch für die Beamten liegt zwar der Schluss nahe, dass der Feuerteufel aus dem Umfeld des Hauses kommen dürfte. Doch Richter will entsprechende Fragen nicht beantworten. Wie berichtet, hatte in der vergangenen Woche bereits Müll und Altpapier an dem Gebäude gebrannt. Einen Verdächtigen konnte die Polizei in diesen Fällen nicht ermitteln.