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Wieder droht der Losentscheid

ahe Lüneburg. Für viele Kinder aus Lüneburg wird sich im Sommer wohl durch ein Losverfahren entscheiden, wo sie ihre Schullaufbahn fortsetzen können. Darauf deuten zumindest die aktuellen Trendzahlen hin. Danach ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) Lüneburg wieder die beliebteste Schule in Stadt und Kreis bei den Viertklässlern und deren Eltern. Nach momentanem Stand wollen 214 Schüler nach den Sommerferien an der IGS in Kaltenmoor weiterlernen. Da dort aber nur 150 Plätze zur Verfügung stehen, müsste gelost werden. 64 Mädchen und Jungen müssten sich umorientieren.
Stadt und Landkreis haben wie schon in den Jahren zuvor die Eltern der aktuell 1616 Viertklässler aller Grundschulen gefragt, auf welche Schule ihr Kind im Sommer wechseln soll. Die Trendzahlen, die sich daraus ergeben, sollen den Verwaltungen bei den Planungen helfen. Gleichzeitig können sie für Eltern ein erster Fingerzeig sein, vielleicht auch schon mal nach einer Alternative Ausschau zu halten, wenn sich ein allzu großer Andrang bei der Schule ihrer Wahl andeutet. So wie an der IGS Lüneburg. ,,Bleibt es bei den aktuellen Zahlen, müssen wir losen“, kündigt Suzanne Moenck, Pressesprecherin der Stadt, schon jetzt an. Mehr als fünf 5. Klassen mit maximal 150 Schülern sind schon aus Platzgründen im Schulzentrum Kaltenmoor nicht zu realisieren.
Überraschend käme der Ansturm nicht, schon vor zwei Jahren musste gelost werden, damals gab es für die 150 Plätze 235 Bewerbungen. Darauf deutet auch diesmal alles hin. Suzanne Moenck erklärt: ,,Es würde drei verschiedene Lostöpfe geben, um sicherzustellen, dass am Ende Schüler aller Leistungsstärken vertreten wären.“ Derzeit bilden die Viertklässler mit Realschulempfehlung (126) die größte Gruppe unter den Bewerbern für die IGS Lüneburg, 38 haben eine Hauptschulempfehlung und 50 eine für das Gymnasium. Eine mögliche Alternative gäbe es mit der IGS Embsen, für die aktuell 124 Trendmeldungen vorliegen. Auffällig dort ist der geringe Anteil an Schülern mit Gymnasialempfehlung (24). Dass darunter die gewünschte Mischung mit Schülern aller Leis“tungsstärken gefährdet wäre, sei für den Kreis als Schulträger kein Problem, versichert Katrin Holzmann.
Trotz des großen Andrangs und der neuen, den Gesamtschulen wohlgesonnenen Landesregierung — Pläne für eine dritte IGS in Stadt und Landkreis gibt es zumindest bei den Verwaltungen noch nicht.
Bei den Gymnasien ist erneut Oedeme vorn in der Schüler- und Elterngunst. 187 Vorabanmeldungen liegen vor — ein paar zu viel. Denn dann müssten sieben 5. Klassen gebildet werden. ,,Unser Ziel ist es, Oedeme mit maximal sechs Klassen pro Jahrgang laufen zu lassen“, sagt Katrin Holzmann und verweist darauf, dass ,,die anderen Gymnasien noch Kapazitäten“ hätten. 126 Viertklässler sollen im Sommer zum Scharnebecker Bernhard-Riemann-Gymnasium wechseln, 118 zur Herderschule, 97 zum Johanneum, 91 zur Wilhelm-Raabe-Schule und 71 zum Gymnasium Bleckede. Suzanne Moenck sagt: ,,Uns freut vor allem, dass die Wilhelm-Raabe-Schule wieder stärker angewählt wird.“ Im vergangenen Jahr hatte es zum selben Zeitpunkt nur 74 Vorabanmeldungen gegeben.
Spitzenreiter in der Beliebt“heitsrangfolge der Oberschulen ist Oedeme mit 87 potenziellen neuen Fünftklässlern, gefolgt von Scharnebeck (84), der Hugo-Friedrich-Hartmann-Schule in Bardowick (64), der Christianischule (61), der Schule am Katzenberg in Adendorf (57), Dahlenburg (38) und Neuhaus (24). Als einzige verbliebene reine Hauptschule liegen 39 Trendmeldungen für die Hauptschule Stadtmitte vor.
Ingesamt legen die Pädagogen der Grundschulen 283 Viertklässlern (18 Prozent) den Besuch der Hauptschule oder eines Hauptschulzweiges nahe. 641 Schülern (40 Prozent) raten sie zum Wechsel auf eine Realschule oder einen Realschulzweig, 678 Kinder (49 Prozent) haben aus Sicht der verantwortlichen Lehrer das Zeug für Gymnasium. Da die Empfehlungen nicht bindend sind, sind Eltern, die sich nicht daran halten, sondern ihr Kind doch lieber auf eine höhere Schule, also zum Beispiel aufs Gymnasium statt auf die Realschule, schicken, auch nicht die große Ausnahme. So sollen deutlich mehr Kinder (799) als empfohlen den direkten Weg zum Abitur einschlagen.
Bei der Betrachtung der einzelnen Grundschulen fällt auf, dass es an der Schule am Sandbergin Ochtmissen keinen Viertklässler auf Hauptschulniveau gibt. Drei Kinder haben eine Realschulempfehlung, gar 17 eine fürs Gymnasium. Auch in Häcklingen, Artlenburg, Betzendorf, Wendisch Evern, Vögelsen, Radbruch und Deutsch Evern gibt es nur maximal zwei Hauptschulempfehlungen.