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Musikschule braucht Klaviere

oc Lüneburg. Wer in ein größeres Haus zieht, braucht in der Regel neue Möbel. Das wichtigste Möbelstück in der neuen Musikschule, das in möglichst keinem Raum fehlen soll, ist das Klavier. Davon gab es schon immer viele, aber sie waren wie das alte Gebäude, An der Münze, in die Jahre gekommen. Die Sanierung der Instrumente ist teuer, neue Klaviere sind noch teurer. Ein Ausweg: E-Pianos. Um die Musikschule rundum arbeitsfähig zu machen, soll der Landkreis sich mit 20 000 Euro an der Instrumentenbeschaffung beteiligen, so empfahl es der Kulturausschuss des Kreistags.

Vor dem Umzug in den Herbstferien 2012 hatte die Musikschule ein kostenloses Gutachten durch Steinway Sons erhalten. Es ergab, dass für die Restaurierung bzw. für Neuanschaffungen bis zu 140 000 Euro nötig seien. Alternativ erarbeitete die Musikschule ein eigenes Konzept zur Modernisierung des Klavierbestands, Kosten: rund 50 000 Euro. Das Konzept zielt in Richtung E-Pianos, die in der Anschaffung günstiger sind und auch in der Wartung: Einen Klavierstimmer brauchen sie nicht. „E-Pianos können wir überall dort nutzen, wo es um Begleitung geht. Beim Hauptfach Klavier aber brauchen wir natürlich akustische Instrumente“, erläuterte Musikschuldirektor Ulrich Petersen.

Aus dem vorhandenen Bestand zogen aus dem alten Gebäude 19 Instrumente mit an den St.-Ursula-Weg. Sie werden, soweit es nötig ist, mit Unterstützung des Förderkreises der Musikschule in den kommenden drei Jahre saniert. 13 Instrumente allerdings wurden ausgemustert und teilweise durch wartungsfreie elektrische Pianos ersetzt.

„Es war in dem Bereich der Instrumente seit Jahrzehnten so gut wie nichts investiert worden“, sagt Lothar Nierenz, der stellvertretende Musikschuldirektor. 10 000 Euro für neue Instrumente gab bereits die Sparkassenstiftung, ebenfalls 20 000 Euro sollen von der Stadt kommen, die auch Trägerin der Musikschule ist. Zu aktuell 36 Prozent beteiligt sich der Landkreis an den Kosten der Musikschule. Die Prozentzahl schwankt je nach Wohnsitz der Schüler in Stadt bzw. Kreis.

Umziehen in die neue Musikschule soll noch das Klavier, das zurzeit im Heinrich-Heine-Haus steht. Es werde dort zu wenig genutzt, heißt es. In einem Raum der früheren Musikschule lagern dagegen die ausgemusterten Instrumente. „Bei den zurückgelassenen, zum Teil nicht einmal mehr stimmbaren Klavieren wären die Transportkosten höher gewesen als der Wert“, meinen Petersen und Nierenz. Auch für den Unterricht nicht mehr nutzbare, technisch veraltete elektronische Orgeln stehen dort. Über ihre Verwendung soll noch entschieden werden. Am Donnerstag, 11. April, tagt um 16 Uhr im Glockenhaus der Kultur- und Partnerschaftsausschuss der Stadt zu Themen wie Kulturentwicklungsplan und Kulturbäckerei.