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Endlich raus auf die Felder

Noch ist der letzte Schnee nicht getaut. Immer noch ist es nachts empfindlich kühl, und so richtig warm wird es am Tage auch nicht. Aber für die Landwirte in der Region, die schon seit Wochen darauf warten, dass sie pflanzen und säen können, hat die Arbeit auf den Äckern und Feldern jetzt endlich begonnen. Was machen Gemüsebauern in Bardowick, wie sieht es aus bei Landwirtsfamilie Blecken in Nutzfelde – die Landeszeitung hat nachgefragt.

pet Bardowick. Um „zwei bis drei Wochen“ ist der Bardowicker Gemüsebauer Steffen Maack mit seinen Arbeiten im Rückstand – umso eifriger sind er und ein halbes Dutzend Arbeiter in diesen Tagen auf den Feldern aktiv. Die ersten Jungpflanzen hat Maack bereits Mitte März geliefert bekommen. „Die sind im Winter bestellt worden, sie werden dann auch regelmäßig zu festen Terminen angeliefert“, sagt er. Aber erst seit Mitte vergangener Woche können Kohlrabi, Rucola und Petersilie gepflanzt werden, Möhren werden gesät. „Auch mit anderen Salaten geht die Arbeit los, bald kann Rettich gesät werden.“

Probleme sieht Maack, der Ortsvertrauensmann des Landvolks für Bardowick ist, vor allem, wenn es denn Ende Mai, Anfang Juni an die erste Ernte geht: Weil mehrere „Sätze“, die normalerweise Woche für Woche in die Erde gebracht, jetzt auf einmal gepflanzt werden, wird in einigen Wochen entsprechend mehr Gemüse als sonst üblich zur gleichen Zeit reif sein. „Und das nicht nur bei mir, nicht nur in Bardowick, sondern in ganz Norddeutschland“, so Steffen Maack. Ein Überangebot wäre dann die Folge – und schlechte Verkaufspreise.

Zu den Bardowicker Gemüsebaubetrieben, die auch Blumen anbauen, zählt der von Norbert und Britta Scharnhop – und die hatten damit in diesem Jahr wenig Glück. Wie viel Stiefmütterchen sie in diesem Jahr weniger verkaufen als in „normalen Jahren“, kann Britta Scharnhop nicht sagen. „Ich schätze mal ganz grob, wir verkaufen nur ein Viertel der normalen Menge.“

Seit Mitte Januar habe man fast durchgehend Frosttage gehabt – Gift für den Wuchs der Blumen und natürlich für den Verkauf vor allem an Hobbygärtner. „Dafür sehen die Blumen, die jetzt auf dem Feld stehen, erstaunlich gut aus“, sagt die Bardowickerin. In dieser und in der nächsten Woche werde man noch „ernten“, der Rest werde dann „weggefräst“. Heute sind die Scharnhops, auch mit Stiefmütterchen, beim Wochenmarkt in Soltau vertreten: „Wir hoffen, dass da noch einmal etwas weggeht.“

Auf mehr als 1000 Hektar Fläche wird in und um Bardowick traditionell Gemüse für den Großmarkt, für zahlreiche Wochenmärkte in weitem Umkreis und für den Verkauf ab Hof angebaut – ein wichtiger Wirtschaftszweig für den Flecken und die Samtgemeinde.