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40 Kilometer lange Umleitung?

ml Hohnstorf/Elbe. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg feilt zwar noch an den Details, doch fest steht schon jetzt: Die Elbbrücke zwischen Hohnstorf und Lauenburg wird vorraussichtlich in den Sommerferien für rund zwei Wochen voll gesperrt. Den Grund nennt die stellvertretende Behördenleiterin Annette Padberg: „Die Fahrbahn der Bundesstraße 209 muss im Bereich der Hohnstorfer Rampe zwischen der Einmündung der Landesstraße 219 und der Vorlandbrücke komplett saniert werden.“ Mehr will Padberg vorerst nicht sagen: „Wir befinden uns noch in der Feinabstimmung.“

Zur Feinabstimmung gehören auch Gespräche mit den betroffenen Gemeinden. Das nächste ist für Dienstag, 16. April, terminiert. Dabei sein wird auch Hohnstorfs Bürgermeister André Feit. Und der CDU-Politiker ist wenig begeistert. „Wir haben schon vor einigen Wochen eine Stellungnahme abgegeben und uns gegen die Vollsperrung ausgesprochen“, sagt Feit und schiebt die Gründe sofort nach: „Der Lauenburger Bahnhof muss für Hohnstorfer Pendler erreichbar bleiben, und Arbeitnehmer, die in Lauenburg beschäftigt sind, könnten bei einer Vollsperrung ihren Arbeitsplatz zwar sehen, müssten aber mehr als 40 Kilometer fahren, bis sie dort sind.“ Noch schwerer wiegt für den Bürgermeister jedoch, dass viele ältere Menschen in seinem Dorf mehrmals täglich von Lauenburger Pflegediensten versorgt werden. „Wie sollen die ihre Kunden erreichen?“, fragt Feit. Stattdessen plädiert er dafür, für die Sanierungsarbeiten nur einen der beiden Fahrstreifen auf der Brücke zu sperren.

Doch noch ist ein Umdenken bei der Landesbehörde nicht erkennbar. Zwar seien die Einwände des Hohnstorfer Bürgermeisters gegen die Vollsperrung der Elbbrücke grundsätzlich nachvollziehbar, heißt es in einem Schreiben der Behörde von Anfang der Woche, „aufgrund des Schadensbildes an Fahrbahn und Straßenentwässerung sowie der damit verbundenen Sanierungsmaßnahmen ist eine Vollsperrung … jedoch unumgänglich“. In dem Schreiben wird auch schon ein konkreter Zeitraum genannt. Demnach ist die Vollsperrung nach derzeitigem Stand vom 8. bis 19. Juli geplant. Und weiter heißt es: „Während der Arbeiten bleibt eine fußläufige Verbindung über die Elbbrücke … erhalten.“

Beigefügt hat die Behörde ihrer Antwort an die Gemeinde Hohnstorf auch die Verkehrsführungspläne aus dem Jahr 2007 als Grundlage für die weitere Planung. Damals war die Brücke schon einmal wegen Straßenarbeiten für sechs Tage voll gesperrt. Die Umleitung führte über die Elbuferstraße nach Rönne, weiter über die dortige Elbbrücke nach Geesthacht und an der Elbe entlang zurück nach Lauenburg – insgesamt fast 41 Kilometer.

Doch das trieb die damaligen Bürgermeister Jens Kaidas (Hohnstorf) und Harald Heuer (Lauenburg) auf die Barrikaden. Sie charterten kurzerhand eine Fähre vom Zollenspieker-Fährmann, Karl-Heinz Büchel. Und so setzte Käpt’n Kudd’l sechs Tage lang zwischen beiden Elbeorten über. „Der Fähreinsatz damals war ein absoluter Glücksfall und wäre heute kaum zu finanzieren“, macht Feit den Hohnstorfern wenig Hoffnung, dass alte Fährzeiten erneut aufleben. Allerdings: „Sollten die Gespräche mit der Landesbehörde scheitern, setzen wir uns noch mal mit den Lauenburgern zusammen.“