Dienstag , 27. September 2016
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Die schönste Galerie der Stadt

ff Lüneburg. Es geht voran: Im Mai soll der Ausbau der Bundeswehr-Bäckerei zu einer Kulturbäckerei beginnen. Das Projekt, an dem zuweilen herumgenörgelt wurde, weil es als künftiger Mittelpunkt der Bildenden Kunst in Lüneburg nicht übermäßig zentral liegt, scheint nun doch recht begehrt zu sein: Unter anderem werden hier laut Plan zehn Künstler-Ateliers entstehen — die Anzahl der Interessenten, so Carsten Junge von der Sparkassenstiftung, liege zurzeit bei dem Drei- bis Vierfachen. Auf der gut besuchten jüngsten Sitzung des Kultur- und Partnerschaftsausschusses (Leitung: Friedrich von Mansberg) der Hansestadt Lüneburg im Glockenhaus stellten Carsten Junge und der Architekt Frank Plesse den Fahrplan bis zur Eröffnung vor.

Die soll im Spätsommer 2014 stattfinden — und es läuft nach Plan. Bauvolumen: drei Millionen Euro, jeweils zu einem Drittel von Stadt, Land und Bund aufgebracht. „Das sind zweckgebundene Städtebau-Förderungsmittel“, betonte Oberbürgermeister Ulrich Mädge mit Blick auf die aktuell geführten Debatten über einen Aus- und Umbau des Salzmuseums, hier ist die Finanzierungslage erheblich diffuser.

Anfang Mai rücken die Handwerker auf dem alten Kasernengelände an. Mittelpunkt der Kulturbäckerei ist ein Saal für Theaterensembles, der sich in zwei Räume (80 und 50 Quadratmeter) teilen lässt. Die Kunstschule Ikarus bezieht fünf Räume, dazu kommen die Ateliers, Anzahl und Zuschnitt sind noch variabel. „Es hat bereits unzählige Gespräche mit Künstlern und dem Architekten gegeben“, so Carsten Junge. Im Herbst sollen die Mietverträge unterzeichnet werden, die Ateliers sind günstig: ein bis zwei Euro pro Quadratmeter, plus Betriebskosten. Inhaber der Kulturbäckerei ist die Hansestadt, die das Gebäude per Erbbaurechtsvertrag an die Lüwobau übergibt; die Sparkassenstiftung wiederum ist als Betreiber dann Ansprechpartner für Interessenten.

Ein veritables Schmuckstück soll die zentrale, großzügige Galerie werden. Die Bäcker brauchten nicht unbedingt Tageslicht — Künstler schon. Im Dach wird künftig viel Glas verbaut, und die Sonne soll tief ins Gebäude scheinen dürfen: Architekt Frank Plesse spricht von bis zu 13 Metern lichter Höhe im Inneren. Hier dürfte die Bildende Kunst in Lüneburg ihre erste Adresse finden.

Das ist — noch — das Heinrich-Heine-Haus. Dessen Galerie im obersten Stockwerk liegt zwar zentral, ist aber nicht barrierefrei. Und die denkmalgeschützten Räume mit ihren teilweise aufwändigen Dekorationen und charakteristischen Eichenbalken (in die man nicht einfach einen Nagel hämmern darf) sind im Grunde selbst schon Kunstwerke, die ausstellende Künstler mit ihren Arbeiten vor entsprechende Probleme stellen.