Aktuell
Home | Lokales | Erotik zwischen altem Blech
3181546.jpg

Erotik zwischen altem Blech

as Lüneburg. Die Kulisse für das Casting ist nicht alltäglich: Autoreifen, ausgebaute Motoren, Federbeine, ein aufgebocktes Auto, dazwischen eine Fotoleinwand in gleißendem Scheinwerferlicht. Hinter der Halle der Autoverwertung Bendler warten 30 junge Lüneburgerinnen und zwei muskelbepackte junge Männer auf ein Probe-Shooting, der erste Schritt auf dem Weg zum Laien-Model. Organisiert haben das Casting Anna-Lena Dalenburg und ihr Lebensgefährte Oliver Bendler, die mit dem Kalender ,Hot ‚N‘ Schrott 2013″ bereits für sexy Einblicke und ein Medienecho sorgten. Nun soll es eine Neuauflage mit „neuem Blickwinkel“ geben.

Viktoria Klan hatte durch eine Arbeitskollegin von dem Casting gehört. „Die hatte für Hot ‚N‘ Schrott 2013 posiert und einen Aufruf fürs Casting bei Facebook gestartet“, erzählt die 26-jährige Lüneburgerin. Sie selber habe richtig Bock, das mal auszuprobieren, „denn die Frauen sind für den Kalender cool und ästhetisch dargestellt, und es geht nicht darum, möglichst viel nackte Haut zu zeigen. Ich habe keine Probleme, Beine und Bauch zu zeigen, aber bitte nicht FKK.“ Was sie erwarte, dazu habe sie keine Vorstellung, meint sie gelassen.

Arbeitskollegin Olivia Klemke ziert das November-Kalenderblatt. In schwarzem Bustier mit kurzem Spitzenrock und High-Heels, eine Reitgerte in der Hand, steht sie auf einem Gabelstapler. „Ich fand das eine schöne Verbindung. Wir durften die Ideen mit entwickeln, das Shooting war total entspannt und die Stimmung unter den Teilnehmerinnen locker“ – ganz anders als das Heidi Klums „Next Top Models“ erleben.

Für das Casting und Fotoshooting haben Dalenburg und Bendler der Lüneburger Fotografen Peter Eichelmann verpflichtet. Von ihm stammen unter anderem die Aufnahmen von Schauspielerinnen und außergewöhnlichen Stadtansichten im Bildband „Rote Rosen in Lüneburg“. Eichelmann hat aber auch „viele Autostrecken mit Mädchen und Rock’n’Roll“ fotografiert, „da passt der Schrottplatz rein“, sagt er locker. Beim Casting gehe es erst einmal nur darum, die jungen Frauen und Männer kennenzulernen, zwei, drei Setkarten anzufertigen und zu gucken, welcher Typ für welches Bild passen könnte. Nicht Profi-Models, sondern Mächen von nebenan seien gefragt, ergänzt Anna-Lena Dalenburg. Schlank, groß und blond sind keine Kriterien, was zählt sei, ob diejenige sich vor der Kamera bewegen kann. Wie sie in Szene gesetzt werden, das ist zurzeit noch nicht konkret. Eichelmann meint nur so viel: Hot ‚N‘ Schrott 2013 sei für seinen Geschmack etwas zu dunkel und zu statisch, an die Pin-up-Kalender der 50er-Jahre angelehnt. „Ich möchte mich deutlich moderner orientieren.“

Das Casting ist eine schnelle Sache in freundlicher Atmosphäre. Dalenburg stellt ein paar Fragen zur Person, auch ob sie sich schon mal fotografieren haben lassen und wie’s mit der Aktfotografie ist. Die beiden männlichen Laien-Models gewähren einen Blick auf den Waschbrettbauch und antworten brav auf die Frage, ob sie sich denn auch mit Mädels ablichten lassen würden und ob das keinen Ärger mit der Freundin gibt. Dann gibt Eichelmann ein paar Anweisungen, die Kamera klickt. In den kommenden Wochen stellt sich raus, wer den Zuschlag für das Shooting für den Kalender „Hot ‚N‘ Schrott 2014“ bekommt.