Dienstag , 27. September 2016
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Teures Tor zur Samtgemeinde

ml Scharnebeck. Bauarbeiter hübschen derzeit das „Tor zur Samtgemeinde Scharnebeck“ auf, wie Bauamtsleiterin Margrit Schmelter es nennt. Neu gestaltet wird bereits seit Ende März der Kreisel am Schiffshebewerk – zuletzt Quelle zahlreicher Beschwerden. Schon Anfang November des vergangenen Jahres klagte Jens Kaidas am LZ-Lesertelefon: „Der Kreisel ist völlig überwuchert und zugewachsen.“ Und Hohnstorfs Ehrenbürgermeister war mit seiner Kritik nicht allein. „Immer wieder haben Bürger angerufen, und den Zustand des Kreisels kritisiert“, berichtet Schmelter.

Schon Ende vergangenen Jahres hatte Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn deshalb angekündigt: „Wir nehmen die Umgestaltung selbst in die Hand.“ Denn zuständig ist eigentlich der Landkreis Lüneburg. Am Hebewerk treffen die Kreisstraßen 30 Adendorf-Scharnebeck und 53 Lüneburg-Echem aufeinander. Doch mehr als den üblichen Rückschnitt des Kreiselbewuchses wollte der Kreis nicht vornehmen. In Absprache mit dem kreiseigenen Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung gestaltet die Samtgemeinde Scharnebeck den Kreisel nun neu – und erhält dafür einen Zuschuss aus dem kommunalen Strukturentwicklungsfonds des Kreises.

War die Maßnahme ursprünglich mit 13 400 Euro veranschlagt, von denen der Kreis 50 Prozent übernehmen wollte, liegen die Kosten laut Schmelter jetzt knapp unter 20 000 Euro. Somit sind die Ausgaben zwar gestiegen, nicht jedoch der Kreisanteil. Mehr als 6700 Euro Zuschuss erhalte die Samtgemeinde Scharnebeck für das Vorhaben nicht, sagt die Pressesprecherin des Landkreises, Katrin Holzmann. Arbeiter haben unterdessen den Kreiselrand mit einem rund ein Meter breiten Pflaster versehen, den Erdhügel in der Mitte auf 1,50 Meter Höhe zusammengeschoben. Nur die Pflanzen fehlen noch. „Doch die sind bestellt, bis Ende April werden die Arbeiten abgeschlossen“, sagt Schmelter.

Den Kreisel schmücken sollen vor allem Bodendecker. „Der Pflegeaufwand ist gering, die Pflanzen müssen nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden“, sagt die Bauamtsleiterin. Entstehen soll auf dem Kreisel ein Kreuz aus Kirschlorbeer, das die Fläche vierteilt. In die Zwischenräume werden dann Sommerflieder, rosa Rosensträuche, Immergrün und Hahnenfußgewächse gepflanzt.

Zufrieden ist Kritiker Kaidas dennoch nicht. „Es ist ein Unding, dass die Samtgemeinde originäre Aufgaben des Kreises übernimmt und dafür auch noch Geld ausgibt“, sagt der ehemalige Kommunalpolitiker. „Der Kreis hat dafür zu sorgen, dass es vernünftig aussieht.“

Ein anderes Projekt hat die Samtgemeinde Scharnebeck vorerst jedoch auf Eis gelegt. Denn eigentlich hatte die Kommune zusammen mit dem Kreisel-Zuschuss beim Kreis auch Mittel für den Bau einer sogenannten Querungshilfe für Fußgänger an der K 30 auf Höhe des Schiffshebewerks beantragt. „Der Samtgemeinde-Anteil ist im Haushalt ein-, die Planungen sind jedoch zurückgestellt“, sagt Schmelter. 54 500 Euro soll das Projekt kosten, 22 500 Euro der Kreis übernehmen. Doch derzeit wird viel spekuliert über die Fläche östlich der K 30 und deren künftige Nutzung. Gespräche mit Investoren, auch über ein Einkaufszentrum (LZ berichtete), hat die Gemeinde Scharnebeck bereits geführt. So lange aber keine Entscheidung gefallen ist, wird die Samtgemeinde die Querungshilfe nicht in Auftrag geben.