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85-Jährige Opfer des sogenannten Enkeltricks

lz Lüneburg/Adendorf. Opfer eines sogenannten Enkeltricks wurde eine 85-Jährige im Ortsteil Häcklingen. Bereits am Morgen hatten sich eine Frau sowie ein Mann telefonisch bei der Seniorin gemeldet, sich als Bekannte ausgegeben und vorgegeben mehrere tausend Euro Bargeld zu benötigen. Die 85-Jährige ging auf das Gespräch ein und organisierte in der Folge mehrere tausend Euro Bargeld, das gegen 17 Uhr von der Täterin abgeholt wurde. Während der Telefongespräche wirkten die Täter mit Nachdruck auf eine Geldübergabe hin. Darüber hinaus riefen die Trickbetrüger auch vor der Geldübergabe bei der Lüneburgerin an und erfragten, „ob denn die Kriminalpolizei schon dagewesen sei“. Die Seniorin übergab das Geld an eine Frau, die wie folgt beschrieben wird: weiblich, ca. 35 Jahre alt, zierlich/schlank, ca. 160 cm groß, osteuropäische/südländische Erscheinung, dunkle Haare (schulterlang/hinten zusammengebunden). Hinweise nimmt die Polizei Lüneburg, Tel. 04131-29-2215, entgegen.
Bereits am 16. April war es in zwei weiteren Fällen zu einem sogenannten Enkeltrick gekommen. Gegen 09.30 Uhr meldete sich bei einer 83-jährigen Adendorferin eine männliche Person per Telefon und gab an, ihr Enkel zu sein, und 28000 Euro für eine Autoreparatur zu benötigen. Der 57-jähriger Sohn war zufällig anwesend und nahm das Gespräch entgegen, woraufhin der Anrufer sofort auflegte. Etwa zur selben Zeit meldete sich ebenfalls per Telefon eine weibliche Person bei einer 87-jährigen Adendorferin. Diese gab sich als Tochter aus und verlangte nach einem Geldbetrag in Höhe von 10 000 Euro. Die
87-Jährige durchschaute das Vorhaben und die miese Masche, legte sofort auf und informierte ihren Schwiegersohn für eine Anzeige bei der Polizei. Weiterer Vorfälle wurden bekannt. Die Täter hatten ebenfalls bei älteren Menschen im Bereich Lüneburg beziehungsweise Hohnstorf ihr Glück versucht und scheiterten ebenfalls.
Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Senioren oft existenzielle Folgen haben kann. Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger Senioren an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Senioren durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald man sich bereit erklärt, wird ein Bote angekündigt, der sich dann mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Mit dem Enkeltrick haben Täter in der Vergangenheit bereits Beträge im fünfstelligen Eurobereich erbeutet.

Tipps der Polizei:

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
– Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache, um den Sachverhalt zu klären oder „auf Wahrheit zu überprüfen“.
– Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen oder Fremde, die sich als „Vertrauenspersonen“ angeblicher Verwandter ausgeben.
– Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.
– Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei — auch wenn Sie auf den „Enkeltrick“ hereingefallen sind.