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Brückenschlag auf Zeit

tja Lauenburg. Seit Mittwoch, 17. April, 13.45 Uhr, rollen die Autos und Lastwagen endlich über die neue Behelfsbrücke über den Elbe-Lübeck-Kanal. 10 000 Fahrzeuge am Tag. Bereits im November war mithilfe großer Telekräne der Brückenschlag erfolgt, umfangreiche Leitungsbauarbeiten und die Anschlüsse der Fahrbahnen an beiden Ufern waren nötig.

Vormittags regelten drei Polizisten den zeitweise ungewöhnlich dichten Verkehr, während neue Markierungen aufgebracht und die Ampeln installiert wurden. Dann ging alles ganz schnell: Arbeiter stellten Absperrbaken auf, die Verkehrszeichen wurden enthüllt, und schon war die Behelfsbrücke in Betrieb.

„Es sieht gut aus“, freute sich Stefan Lühr vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA), das als Bauherr fungiert. Der Ingenieur des WSA und einige Kollegen betreuen das Millionenprojekt als Bauleiter. Bis zum Frühjahr 2017 sollen 17 Millionen Euro für den Brückenneubau verbaut werden. Doch ehe es so weit ist, müssen alle Fahrzeugführer auf der wichtigen Ost-West-Verbindung mit einer geänderten, aber gut erkennbaren neuen Verkehrsführung auf der B5 und der B209 klar kommen.

„Als nächste Arbeiten stehen vor der alten Horster-Damm-Brücke Arbeiten an Versorgungsleitungen an“, berichtet Lühr. Danach startet der Rückbau der bestehenden Brücke. Pfingsten soll sie angehoben und auf Schwimmpontons gesetzt werden, die dann am Umschlagplatz festmachen. Lühr: „Dort wird die genietete Konstruktion mithilfe großer hydraulischer Scheren zerlegt.“

Die jetzt gesperrte Brücke (Baujahr 1937) wäre langfristig nicht mehr ausreichend tragfähig für das hohe Verkehrsaufkommen gewesen. Um den Neubau an derselben Stelle errichten zu können, sind der Bau der Behelfsbrücke und der bevorstehende Abriss des alten Bauwerks nötig. „Danach haben wir dann genug Platz, um die neue Kanalbrücke errichten zu können“, sagt Lühr.

Mächtige Betonfundamente werden gebaut, um darauf die als Stabbogenkonstruktion gefertigte neue Brücke tragen zu können. In Dalldorf überspannt bereits eine ganz ähnliche Konstruktion den 1900 eingeweihten Elbe-Lübeck-Kanal.

„Wir liegen mit den Bauarbeiten im Zeitplan, die Firma hatte sogar schon bei den Vorarbeiten einen zeitlichen Puffer herausgeholt, der aber durch den langen Winter wieder aufgebraucht wurde“, erklärt Lühr.