Aktuell
Home | Lokales | Fachkräftesicherung im Fokus
3186894.jpg

Fachkräftesicherung im Fokus

emi Lüneburg. Die erst vier Jahre alte Lüneburger Online-Marketing Agentur „web-netz“ erhielt gestern Besuch von Bernd Passier: Der Vorsitzende der Geschäftsführung und weitere Mitarbeiter der Lüneburger Agentur für Arbeit nahmen den Tag des Arbeitsplatzes zum Anlass, um sich zum Thema Fachkräfte und Fachkräftesicherung auszutauschen. „Bisher haben wir an diesem Tag immer intensiv Werbung für Ausbildungsplätze gemacht“, sagt Passier. „Aber jetzt gibt es ein gutes Angebot an Plätzen und weniger Schulabgänger.“ Er habe sich bewusst „nicht einen Betrieb aus dem klassischen Bereich der Nachwuchssorgen“ ausgesucht, sondern vielmehr einen jungen Betrieb mit Azubis „aus dem hochwertig qualifizierten Ausbildungsbereich“.

Zum Tag des Ausbildungsplatzes zog Bernd Passier von der Arbeitsagentur zudem eine Halbjahresbilanz im aktuellen Berufsberatungsjahr: „Sowohl die Stellenangebote gehen runter als auch die Bewerberzahlen.“ Grund? „Die Unternehmen haben möglicherweise keine Hoffnung, dass sie geeignete Bewerber finden.“ Unbesetzte Stellen gebe es vor allem im verarbeitenden Gewerbe, Handel, Kfz- und Gastronomiebereich. Häufig liege das laut Passier an „Arbeitszeiten, Vergütung und Image“ der Tätigkeiten, aber auch an der zum Teil schlechten Erreichbarkeit der Betriebe.

Das Problem der Agentur „web-netz“: Es sei nicht einfach, geeignete Bewerber zu gewinnen, die Ausbildungsgänge gehören nach Auskunft der Agentur für Arbeit nicht zu den zehn beliebtesten im Bezirk Lüneburg-Uelzen. „Wir können nur auf Personalvermittler setzen oder uns die Fachkräfte selbst heranziehen“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter von „web-netz“, Patrick Pietruck. Das Unternehmen bietet derzeit Arbeitsplätze für 40 feste Mitarbeiter und fünf Auszubildende aus den Bereichen Fachinformatiker, Mediengestalter und Kaufmann/-frau der Marketingkommunikation. Der Altersdurchschnitt im Unternehmen liegt bei 28 Jahren.

Pietruck berichtet, dass die Bewerbungen häufig nicht gut seien: „Viele sind augenscheinlich Massenbewerbungen und oft werden die eigenen Erfahrungen zu wenig in den Vordergrund gestellt.“ Doch gerade auf die „nachweisbaren Erfahrungen“ schaut der Geschäftsführer. Noten sind dagegen „nicht so ausschlaggebend“. Wer eine Leidenschaft für die IT (Informationstechnik) mitbringt, hat gute Karten. Voraussetzung ist allerdings mindestens ein Realschulabschluss.

Auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs arbeitet „web-netz“ eng mit dem Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter zusammen. Ziel: Die Bekanntheit der jungen Firma zu steigern. Eine große Rolle spielten dabei soziale Netzwerke wie Facebook und Youtube, erklärt Pietruck: „Wir sprechen die jungen Leute gezielt an. Das Menschliche muss nach vorne, wir wollen uns bewusst als junge Agentur mit netten Menschen präsentieren.“ Dazu lade man zum Beispiel Fotos vom gemeinsamen monatlichen Frühstück und von Events hoch. Darüber hinaus bemühe man sich auch „um einen hohen Bekanntheitsgrad an der Leuphana Uni“. Wichtig sei Mund-zu-Mund-Propaganda.