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Millionen-Projekt Roter Hahn

ca Lüneburg. Eigentlich ein Schatz, doch er hat böse gelitten: das Hospital zum Roten Hahn aus dem 16. Jahrhundert. Täglich machen sich Touristengruppen in dem idyllischen Innenhof an der Rotehahnstraße auf eine Zeitreise. Die Besucher bestaunen Stiegen, winzige Fenster und Backsteinarchitektur. Doch was wie ein Museum mitten in der Stadt wirkt, ist das Zuhause von elf Mietern, die in kleinen Wohnungen leben. Heute gehört die Immobilie der Bürgerstiftung. Und die will nun eine Million Euro in die Hand nehmen, um das von Ratmann Hinrik Erpensen 1537 gegründete Hospital zu sanieren und restaurieren. Der Stiftungsvorstand um Elke Frost, die Stadt, der Sanierungsträger BauBeCon und die Architektengemeinschaft Henschke, Schulze und Reimers stellten das Projekt jetzt vor.

Architekt Gunnar Schulze erklärte, dass die Arbeiten voraussichtlich Ende Mai starten. In drei bis vier Bauabschnitten sollen sie in den kommenden drei Jahren erledigt werden. Dabei sollen die Mieter bleiben können, müssen aber innerhalb der Häuser umziehen. Zwei leer stehende Wohnungen dienen quasi als Puffer. Zu tun haben die Handwerker eine Menge, laut Schulze sind Fugen und Mauerwerk schadhaft, auch die Gründungsmauern müssen saniert werden. Eine Rolle spielen Schadstoffe wie Asbest und künstliche Mineralfasern, Fachleute sollen die Bausünden der Vergangenheit beheben. Die Räume selber erhalten aus energetischen Gründen eine isolierende „Innenschale“, Handwerker bauen neue Holzkastenfenster ein.

Elke Frost hat Sorge, ob die Stiftung das gewaltige Projekt stemmen kann. Denn zum einen fallen die Zinseinnahmen auf das Stiftungsvermögen aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage gering aus – das kennt jeder von seinem Sparbuch. Deshalb ist sie dankbar, dass der Rote Hahn im Fördergebiet Wasserviertel liegt und so 440 000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung fließen. Obendrein beteiligt sich eine andere große Lüneburger Stiftung, die Zum großen Heiligen Geist, mit einem Zuschuss, und die landeseigene NBank gewährt ein günstiges Darlehen.

Trotzdem hoffen Elke Frost und ihre Mitstreiter auf Lüneburger, die einen Obolus beisteuern. Denn es ist nicht sicher, ob die angepeilte Million ausreicht. Denn Bauvoruntersuchungen sind bereits vor zwei Jahren gelaufen, Kosten sind gestiegen. Auch dürfte bei der Sanierung manches Problem auftauchen, das vorher so nicht erkannt werden konnte – auch das macht’s teurer.

Wer helfen möchte, kann seinen Beitrag an die Lüneburger Bürgerstiftung unter dem Stichwort Roter Hahn überweisen auf das Konto 65 23 09 48 bei der Sparkasse (240 501 10). Informationen gibt es bei Elke Frost, Tel.: 4 76 34, und Markus Hellfeuer, Tel.: 3 09 31 70.