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Von Ehlbäck über Lümborg nach Handörp

pet Adendorf. Wer von Ehlbeck nach Handorf fährt, der kann das über Amelinghausen, Drögennindorf, Lüneburg, Bardowick und Hohensand tun. Er kann aber auch von Ehlbäck starten, dann über Amekhusen, Nindörp, Lümborg, Bewick und Hoogensan bis nach Handörp fahren. Ausgangsort, Ziel und Route sind die gleichen – aber neben der hochdeutschen Landkreiskarte soll es künftig auch eine auf Plattdeutsch geben. Das jedenfalls ist das große Ziel von Günther Wagener, Plattdeutschbeauftragter für die Hansestadt und den Landkreis Lüneburg.

„Und der Weg dorthin bedeutet richtig viel Arbeit“, hat Wagener schon festgestellt. „Die Idee einer plattdeutschen Landkarte ist schon alt“, weiß der 66-jährige Adendorfer. Schon sein Vorgänger, Klaus-Dieter Bossow, hatte 2008 mit der Arbeit dafür begonnen. Er hatte Heimatkundler angeschrieben, gemeinsam mit ihnen eine Liste mit Namensvorschlägen für alle 258 Orte in Stadt und Landkreis aufgestellt – Beispiele: Saustörp soll es auf Platt für Soderstorf heißen, Paupelau für Popelau, Reppenstää für Reppenstedt oder Groot Sommebäck für Groß Sommerbeck. Eine Karte wurde daraus aber erst einmal nicht.

Günther Wagener, seit Sommer 2011 ist er Plattdeutschbeauftrager für die Region, nahm die Idee Anfang 2012 wieder auf. Damals schrieb er alle Samtgemeinden, Städte und Einheitsgemeinden an, legte ihnen die vorhandenen Listen vor. „Vor Ort sollte entschieden werden, ob die Vorschläge korrekt übersetzt sind. Ich kann das nicht beurteilen“, sagt Wagener, der aus Rotenburg/Wümme stammt und weiß, wie unterschiedlich Platt, „eine gesprochene Sprache“, von Ort zu Ort ist. Der Rücklauf von Seiten der angeschriebenen Kommunen war eher mau – aus Bardowick hat Wagener schon früh eine komplette Liste bekommen, fast vollständig ist die Liste aus Scharnebeck und die aus der Stadt Lüneburg. In anderen Kommunen war die Plattdeutsche Landkarte Thema in den Ausschüssen, etwa in Adendorf, wo sich die Politiker aber noch nicht endgültig auf Ohndörp und Arfstörp einigen konnten.

Nachdem Wagner die säumigen Gemeinden noch einmal schriftlich und telefonisch ermahnt hatte, kam in dieser Woche die Liste aus Bleckede, und die Gemeinde Dahlem aus der Samtgemeinde Dahlenburg meldete sich. In Amt Neuhaus, das allein 54 Ortschaften hat, führt Wagener in der nächsten Woche ein Gespräch mit dem Ortschronisten Werner Hüls.

Wie ihre Orte denn jetzt auf Plattdeutsch heißen sollen, will Günther Wagener vor allem den Kommunen überlassen – aber nicht alle Vorschläge will er akzeptieren. Wagener: „Zum Beispiel kann aus Walmsburg nicht Walmsborch werden“, sagt er. Zwar werde der plattdeutsche Begriff so ausgesprochen, aber in der Schriftsprache sei trotzdem, das besage auch das plattdeutsche Wörterbuch, der „Sass“, das „g“ am Ende üblich. „Wie etwa bei Hamborg oder auch Lümborg.“

Zum Jahresende will Günther Wagener die plattdeutsche Landkarte fertiggestellt haben. Mit einem Verlag hat er bereits Kontakt aufgenommen – und er hat über die Karte auf Papier hinaus noch ein weiteres Ziel: „Eine sprechende Landkarte“. Die gibt es bereits für Norddeutschland auf der Homepage des Instituts für niederdeutsche Sprache (www.ins-bremen.de).

Um all das zu schaffen, will Wagener jetzt nicht locker lassen. „Alle sechs Wochen werde ich mich telefonisch bei den Samtgemeinden melden, von denen ich noch keine Liste habe“, kündigt er an.