Mittwoch , 28. September 2016
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Biker begrüßen den Frühling

kre Embsen. Der Weg ist das Ziel ! Und Reinhard Lembcke (52) lächelt: Nicht, weil er gerade den chinesischen Philosophen Konfuzius zitiert hat, sondern weil er und sein Kumpel Hartmuth Weye (53) bereits eine schöne Tour hinter sich haben. Die beiden sind begeisterte Motorradfahrer. Logisch, dass der StartUp-Day gestern auf dem ADAC-Fahrsicherheitsgelände in Embsen für die beiden quasi eine Pflichtveranstaltung war. „Wir hatten eine schöne Anfahrt hierher“, sagt Lembcke, während er seine Yamaha ab- und den Helm anschließt. Jetzt geht’s für die beiden Biker auf dem ADAC-Fahrsicherheitsgelände zu Fuß weiter – „Motorräder gucken“.

Und von denen gab’s jetzt reichlich zu bestaunen. Mehr als 12 000 Biker hatten Embsen auf ihrer sonntäglichen Tour eingeplant. Viele aus der näheren Umgebung, manche auch von weit her. Zwischen Lüneburger, Winsener und Hamburger Kennzeichen finden sich auch welche aus Bayern, Hessen oder Brandenburg.

„Das ist neuer Besucherrekord“, freut sich Mai-Britt Kähne, Öffentlichkeitsarbeiterin beim ADAC-Fahrsicherheitszentrum und für die Veranstaltung verantwortlich. Das ist insofern erstaunlich, da die 23-Jährige selbst keinen Motorradführerschein besitzt. „Aber das macht nichts“, sagt Mai-Britt Kähne schmunzelnd – „mir macht der StartUp-Day auch so ganz viel Spaß“.

Und den Bikern auch. Dafür sorgt ein maßgeschneidertes, buntes Programm mit Live-Musik der Rockgruppe „Bissig“, mit Stunt-Shows, Gewinnspielen und dem Probe-Fahren neuester Zweirad-Modelle.

Zu den begeisterten Besuchern gehört auch Familie Meyer aus Eddelstorf. Vater Gerd Meyer ist ein „Wiedereinsteiger“. Der 51-Jährige fährt seit zwei Jahren wieder Motorrad – „eine BMW“. Immer nur als Beifahrer mitzufahren, finden Mutter Andrea (47) und Tochter Julia (19) jedoch zu langweilig. Die beiden Frauen sind deshalb dabei, ihren Motorradführerschein zu machen. Und auf der Biker-Show in Embsen schauen sich die beiden auch schon mal nach einem passenden Gefährt um.

Die generalüberholte Yamaha XJ 600, Baujahr 1999, von Georg Betzl könnte den beiden Bikerinnen in spe gut gefallen – nicht nur wegen der Lackierung, sondern auch wegen der „Gimmicks“, der Betzl der Maschine verpasst hat. Beispielsweise die Handtasche, die mithilfe von Magneten auf dem Soziussitz befestigt wird. „So etwas hat kein anderes Motorrad“, rührt der Tüftler für seine Erfindung, nimmt die Tasche ab, öffnet den Reißverschluss und holt ein Lederriemen heraus. „Ruckzuck lässt sich das Täschchen in eine schicke Umhängetasche verwandeln“, erklärt Georg Betzl. Andrea und Julia Meyer gefällt’s – wie überhaupt die ganze Veranstaltung an diesem Tag. Nächstes Jahr werden sie wohl wieder dabei sein. Aber dann auf ihren eigenen Maschinen.